
Eindrücke, Einblicke
Unsere Gastlehrer wurden gefragt
Am Ungarndeutschen Wirtschaftsgymna-sium Werischwar
sind 3 Gastlehrer tätig, die von Deutschland geschickt wurden,
damit unsere Schüler die deutsche Sprache, Lite-ratur, Landeskunde
und Aussprache auch "authentisch", von Muttersprachlern vermittelt
bekommen und vielleicht mit neuen Lehr-methoden konfrontiert werden.
Vanessa und Günther Fecht tund Peter Schaffert leben unter uns,
wir können sie auf der Straße, im Geschäft treffen,
sie sind Teilhaber unserer Alltage geworden. Sie sehen uns aber doch
mit anderen Augen, sie haben als Deutsche eine Vergleichsgrundlage,
deshalb lohnt es sich, sie nach ihren ersten Eindrücken, nach ihrer
Meinung über uns zu fragen.
Vanessa
und Günther Fecht sind ein Ehepaar, sie sind mit ihrem zweijährigen
Sohn seit August 2002 bei uns. Sie arbeiteten in Deutschland an derselben
Schule, und als aus dem hessischen Kultusministerium der Anruf kam,
ob sie nicht vielleicht nach Ungarn ziehen wollen, um dort an einem
Gymnasium zu unterrichten, zögerten sie nicht lange. Sie sahen
es als eine Herausforderung und auch als Abenteuer an, in einem fremden
Land, dessen Sprache sie gar nicht beherrschen, das sie nur von Fotos
kannten, zu leben es damit hautnah zu erleben und so kennen zu lernen.
Natürlich war Ungarn mit seiner schönen Hauptstadt Budapest
auch reizvoll… Sie haben diesen Schritt gewagt, obwohl die Großeltern
sich nur schwer mit dem Gedanken anfreundeten, ihren Enkel nur selten
zu sehen. Aber Familie Fecht fuhr Richtung Ungarn ab, und bisher haben
sie diese Entscheidung auch nicht bereut (hoffentlich wird es auch so
blei-ben…) Frau Fecht unterrichtet in der Schule deutsche Literatur
und "Tanz und Drama", sie leitet auch sehr engagiert und erfolgreich
eine Theatergruppe. Herr Fecht vermittelt den Schülern ebenso deutsche
Literatur und Wirt-schaftsdeutsch.
Peter Schaffert lebt seit dem Sommer 2000 in Ungarn, er
wohnt zur Zeit mit seiner Frau und seinen 5 Kindern in Pilisborosjenõ,
versucht die Schüler mit deutscher Literatur und mit Ethik vertraut
zu machen. Ungarn hat er aber schon früher, als Tourist kennen
gelernt, hat im Partnerschaftskomittee seiner Heimat-stadt mitgearbeitet,
sie hatten als Partner eine ungarische Stadt, wo sie viele gute Freunde
gefunden haben. Er hat sozusagen "sein Herz an Ungarn verloren".
Als er von der Möglich-keit erfuhr, als Gastlehrer in Ungarn arbeiten
zu können, bewarb er sich sofort und es hat geklappt! Seine Kinder
besuchen die Deutsche Schule in Budapest, die kleineren besuchen eine
ungarische Grundschule bzw. einen ungarischen Kindergarten, und fühlen
sich auch wohl hier.
Auf die Frage, womit sie am Anfang die meisten Schwierigkeiten
hatten, antworteten sie alle mit einem Wort: Bürokratie. Es war
nicht einfach, sich in den ungarischen Behör-den, mit den ungarischen
Formularen zurecht-zufinden, aber seitdem sind ihnen auch solche Begriffe
vertraut, wie "adószám", "TAJ-szám"
und "anyja neve" (den brauchen sie nämlich in Deutschland
nie) Das andere große Problem bildete und bildet natürlich
die Sprache, die "keiner Sprache ähnlich ist", wo alles
schwer auszusprechen ist. Aber langsam, ganz allmählich erkennen
sie schon einige Regeln, denn sie lernen ganz fleißig ungarisch
und wissen auch Tag für Tag mehr…. (Sie können schon
beim Metzger an der Ecke einkaufen und um Auskunft bitten, und sie kennen
sich in Budapest besser aus, als ich…)
Jetzt aber ran an die Arbeit: unser Thema ist Schule.
Die Strukturen der deutschen und ungarischen Schule seien die gleichen,
aber hier sei die Hierarchie gelebt (Schulleitung-Lehrer-Schüler)
- meinen sie. Der verstärkte Sprachunterricht gefällt ihnen,
die Schüler haben größtenteils auch sehr gute bis gute
Deutschkenntnisse, man muss nicht in großen Klassen, sondern in
kleineren Lerngruppen unterrichten, aber der Lehrplan stellt manchmal
zu hohe Anforderungen. Man muss die Epochen der Literatur abhaken, es
wird viel abfragbares Wissen verlangt, das Besprechen der Werke, die
praktische Anwendung kommt meistens zu kurz.
Die Schüler sind ihrer Meinung nach hier auch nicht
fleißiger als in Deutschland, sie sind manchmal unordentlich (haben
z.B. kein Heft), aber sie respektieren die Lehrer, sie sind freundlich,
höflich und nett. Sie sind offen für neue Methoden, sie probieren
gerne die neuen Lernformen aus, machen alles mit. Aber sie sind zu lehrerfixiert,
wenn ein Mitschüler spricht, hören sie kaum zu. Das war für
unsere Gastlehrer am Anfang am schwierigsten zu ändern, aber jetzt
haben sie in dieser Hinsicht schon viel erreicht. Sie fühlen sich
sehr wohl an unserer Schule, kommen gut mit den Kollegen aus, sind in
das Lehrerkollegium "schön integriert".
An Ungarn gefallen ihnen "Land und Leute", die
Gastfreundschaft, das Essen, der Wein, und natürlich die Stadt
Budapest, als "die Perle Ungarns", also einfach alles ( viel-leicht
nur die Trabis nicht…)
Frau und Herr Fecht wohnen auch in We-rischwar, deshalb
ist ihre Meinung über unsere Kleinstadt auch besonders interessant:
sie wohnen gerne hier, Werischwar habe eine ho-mogene Gemeinschaft,
habe viele Geschäfte mit netter Bedienung und großer Auswahl,
die verschiedenen Veranstaltungen und Feste bieten immer einen Anlass,
Leute und ihr Leben kennen zu lernen. Sie finden, ihr Leben hier ist
nicht so hektisch, wie es in Frankfurt war. Sie würden es aber
begrüßen, wenn auf der Hauptstraße 10 nicht so viel
Verkehr wäre ("vielleicht eine Umgehungsstraße…?"),
und wenn in der Stadt selbst mehr Straßen asphaltiert wären.
Alle drei möchten aber so lange hier bleiben, wie
es geht: für Herrn Schaffert sind es maximal noch 3, für Familie
Fecht maximal 6 Jahre, dann müssen sie wieder nach Deutschland
zurück, aber sie könnten sich noch durchaus andere Auslandsaufenthalte
vorstellen.
Wir hoffen aber, dass sie – genauso, wie ihre Vorgänger
– ihren Ungarnaufenthalt nicht bereuen werden, und dass sie bis
dahin noch viel Freude, viele schöne Momente mit uns zusammen erleben
werden, und wir wünschen ihnen bei ihrer Arbeit und in ihrem Privatleben
viel Glück, Freude und Spaß!
Erika Bogár
Megszûnik a GDF konzultációs központja
Érdeklõdés hiányában
megszûnik a Gábor Dénes Fõiskola pilisvörösvári
konzultációs központja. Az elmúlt évben
a kevés jelentkezõ miatt már nem sikerült
az elsõ évfolyam elindítása, a harmadik
évfolyam létszáma pedig annyira lecsökkent,
hogy a hallgatókat áthelyezték Esztergomba. A fõiskolára
ebben az évben az egész országban mindenütt
a szokásosnál jóval kevesebben jelentkeztek, ezért
gazdaságossági okokból a közel félszáz
konzultációs központból néhányat
meg kellett szüntetni.
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