
Tag der Ungarndeutschen
Selbstverwaltungen
Am 10. Januar 2004 wurde der Tag der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen zum achten Mal mit einer Festgala im Budapester Kongresszentrum gefeiert.
Otto Heinek, Vorsitzender der Landes-selbstverwaltung drängte in seiner Eröff-nungsrede auf den weiteren Ausbau der kulturellen Autonomie der Volksgruppe.
Dr. István Hiller, Minister für das nationale Kulturerbe betonte in seiner Festansprache, wie wichtig die neu entdeckte Identität sei, was auch durch die Angaben der Volkszählung und durch die ständig steigende Zahl der lokalen Selbstverwaltungen bestätigt wird.
Am Festtag wurde auch mit Dankbar-keit und Anerkennung jener Landsleute gedacht, die ihre Aktivitäten in den Dienst der Ungarndeutschen stellten. Für ihren großen Einsatz und Beitrag werden jedes Jahr drei verdiente Personen mit der höchsten Auszeichnung der LdU, mit der "Ehrennadel in Gold für das Ungarn-deutschtum", geehrt. Den goldenen An-stecker mit dem Wappen der Ungarndeu-tschen, die Urkunde, sowie die Geld-prämie erhielten in diesem Jahr Andreas Böhm aus Agendorf, das Ehepaar Neu-brandt aus St. Iwan und Dr. Paul Ginder aus Tschawal/Stuttgart.
Laut Beschluss des Bildungsaus-schusses der LdU erhielten in diesem Jahr zum ersten Mal drei ungarndeutsche Gymnasiasten für ausgezeichnete schu-lische Leistungen und minderheitenspe-zifische Aktivitäten sowie ein junger ungarndeutscher Akademiker für hervorragende Diplomarbeit mit ungarn-deutschem Thema den nach der leider frühzeitig verstorbenen ungarndeu-tschen Dichterin benannten Valeria-Koch-Preis.
Zum Erfolg des diesjährigen Gala-programms trugen wiederum ausge-zeichnete Kulturgruppen und Solisten bei, deren Produktionen das Publikum mit starkem Beifall belohnte.
Geehrt mit der"Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum"
Das Ehepaar Neubrandt
Piroska und Franz Neubrandt sind seit über drei Jahrzehnten Träger und Vermittler der deutschen Kultur in Sankt Iwan und seit sei-ner Gründung im Jahre 1996 aktive Mitglieder im Landesrat Ungarndeutscher Chöre, Kapellen und Tanzgruppen.
Piroska Neubrandt, geb. Gátas war von 1958 bis zu ihrer Pensionierung als Kinder-gärtnerin in Sankt Iwan tätig und leitet auch heute noch deutschsprachige Beschäftigungen. Als Kindergartenpädagogin hat sie zahlreiche Weiterbildungen im Bereich Musik für Kin-dergärtnerinnen der Region organisiert. Sie ist Trägerin des Theresia-Brunswick-Preises.
Piroska Neubrandt war 1973 Mitbegründe-rin des Gemischtchors von Sankt Iwan, gründete innerhalb des Gemischtchors auch einen Kammerchor der Frauen, mit dem sie seit 20 Jahren erfolgreich im In- und Ausland auftritt. Sie absolvierte Dirigentenausbildungen und ist in der Leitung der Sektion Kirchenmusik des Landesrates aktiv.
Franz Neubrandt wurde am 4. Jänner 1936 ebenfalls in Sankt Iwan geboren. 1973 gründete er den Gemischtchor sei-ner Heimatgemeinde, den er bis heute leitet. Mit dem Chor nahm er an vielen in- und ausländischen Festivals teil - immer mit großem Erfolg. Unter seiner Leitung erhielt der Gemischtchor zahlreiche Preise und Ehrungen. Seit elf Jahren leitet Franz Neubrandt auch den deutschen Nationalitäten-chor in Werischwar.
Als Vorsitzender der Kir-chenmusik-Sektion des Lan-desrates organisiert er die jähr-lich stattfindenden Chortreffen, hält Vorträge und Fortbildun-gen, unterstützt die Chöre der Region, stellt Messen, Litanei-en und Liturgien zusammen.
Unter dem Titel "Lobet den Herrn" hat Franz Neubrandt eine Sammlung deutschspra-chiger Gebete und Kirchenlieder der Pilischer Region zusammengestellt und publiziert. Zur Zeit arbeitet er an der Herausgabe in Schaumar gesammelter Kirchenlieder.
Franz Neubrandt ist Gründungsmitglied der Gemeinnützigen Stiftung für Kultur seiner Heimatgemeinde und war lange Zeit Vor-sitzender des Kuratoriums der Stiftung, die den Gemischtchor, die Tanzgruppe und die Blaskapelle von Sankt Iwan unterhält.
Wir gratulieren Ihnen zu dieser wohlver-dienten Auszeichnung!
Ibolya Sax
Neujahrswunsch
Wir kamen daher in aller Gefor,
wir wüntschen aich alle a glückliches Jor,
aine fröhliche Zait!
Hat Maria das Kindlein beglait.
Der Josef zieht sain Hemmelain aus,
und schnaidet dem Kind drai Windl heraus:
das erste war zu lang,
das zweite war zu kurz,
das dritte hat der liebe Gott im Paradies empfangen.
Wos wollt er unts gebn zum naien Jor?
Das Kristkhindl mit sain tsauste Hor,
longes Leben, gesundes Leben,
Frid und Ainichkhait,
noch airem Tod das ewige Himmelreich!
Aus: A magyarországi németek népköltése. Vadalma, vadalma, magva de keserû!
Deutscher Kalender 2004
Im Jahrbuch der Ungarndeutschen kann man über die wichtigsten Veranstaltungen des vergangenen Jahres, über das Leben der ungarn-deutschen Siedlungen, Vereine und über ihre partnerschaftlichen Beziehungen lesen.
Außerdem findet man darin 50 Seiten, die die Kinder anspre-chen. Die Beiträge auf diesen Seiten stammen zum größten Teil aus Schülerfedern und geben dem Leser einen kleinen Einblick ins Leben der Familie und der Gemeinschaft der Schüler. In diesem Jahr sind hier vor allem Bräuche der Ungarn-deutschen in verschiedenen Variationen zu finden. Doch fehlt es auch nicht an Geschich-ten, Gedichten, Bastelideen, Aufgaben, Rätseln und Witzen. Und über den nächsten Wettbewerbsaufruf "Projekttage" kann man hier Näheres erfahren.
Interessant erscheinen das Kapitel "Jugend forscht" und die Interviews mit den drei neuen Ehrennadelträgern.
Unter dem Kapitel Kultur-erbe schreibt Márta Müller über das Bäckergewerbe in Werisch-war. Hier versucht sie, den Alltag eines Bäckers bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückzuverfolgen. Im Mittel-punkt des Beitrags steht das Bäckerhandwerk. Natürlich kom-men im Kalender die Literatur und die Geschichten auch nicht zu kurz. Es lohnt sich, die immergrünen Bauerngeschich-ten in der Mundart zu lesen.
Und wenn sie den Kalender durchblättern, werden Sie noch auf interessante Beiträge stoßen.
Der Kalender ist auch in der Werischwarer Buchhandlung erhältlich.
Ibolya Sax
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