Verschleppung der Ungarndeutschen

Im Jahr 2005 gedenkt man in vielen ungarn-deutschen Ortschaften den Opfern und Überlebenden der vor 60 Jahren durchgeführten Ver-schleppung.

Von der Verschleppung waren etwa 64 000 Ungarndeutsche betroffen. Die Zahl der aus Budapest und Umgebung Verschleppten mag zwischen 250 und 280 liegen.

In weiten Teilen Ungarns waren die Waffen bereits verstummt. Millionen konnten endlich aufatmen. Über uns, Ungarndeutschen jedoch brachen neue Heimsuchungen herein: Ver-schleppung, Vertreibung, Enteignung, Ent-rechtung. Auf einmal galten wir als andere Menschen. Als Minderwertige. Als Sünden-böcke. Unsere Schuld? Wir waren Deutsche. Wir trugen deutsche Namen. Viele betrachteten uns als Prügelknaben, als Freiwild. Und jeder, der es wollte, konnte sich ungehemmt an uns auslassen.

 

Der Befehl [Nummer 0060] der am Krieg teilnehmenden sowjetischen Armee von 22. Dezember 1944 über Organisation und Durch-führung der im rückwärtigen Frontgebiet aus-zuführenden Wiedergutmachungsarbeiten ordnet eindeutig die Mobilisierung sämtlicher arbeitsfähiger Personen deutscher Abstammung an! Laut sowjetischem Befehl hatten sich Männer im Alter von 17-45 und Frauen von 18-30 Jahren zu melden.

„ (...) Der befehlshabende Major (...) gab (...) um 7 Uhr seine Anweisung bekannt, der zufolge alle Personen mit deutschem Namen ohne Rücksicht, ob sie der deutschen Sprache mächtig sind und ohne Rücksicht auf ihr Vorleben unter seine Verordnung fallen. Hierher gehörten auch alle Personen mit ungarischem Namen, deren Großeltern einen deutschen Namen hatten oder deutscher Abstammung waren. Der russische Major äußerte übrigens wörtlich: „Wem nur ein Tropfen deutsches Blut in den Adern fließt, ist deutsch!”

Die Mobilisierung hatten die örtlichen unga-rischen Behörden vorzunehmen. Innenminister Ferenc Erdei verfügte am 05. Januar 1945 in einer Verordnung über die Registrierung der sich auf dem Territorium Ungarns aufhaltenden Personen deutscher Abstammung zwecks Ar-beitsdienstes. Die Verordnung verweist darauf, dass der Einsatz von Personen deutscher Ab-stammung zum Arbeitsdienst aufgrund einer Vereinbarung zwischen der ungarischen Regie-rung und den russischen Militärbehörden geschieht.

Die Verschleppung war nicht lediglich ein weißer Fleck in der ungarischen Geschichts-schreibung, sondern die (...) [Studien] griffen gleichzeitig auch ein bisher als Tabu geltendes Thema auf. (...) Auch heute gibt es schon sehr viele „Hineindeutungen”, Berufung auf den am 20. Januar 1945 in Moskau unterzeichneten Waffenstillstand und Verweis auf das in Jalta geschlossene Abkommen. Um die Missverständ-nisse zu klären, ist es notwendig, eine einzige Tatsache festzustellen, nämlich, dass die Mehr-heit der aus Ungarn verschleppten Deutschen am 20. Januar 1945, an dem Tag, als der Waffen-stillstand unterzeichnet wurde, bereits unterwegs war. Und bei Abschluss der Konferenz von Jalta (am 11. Februar 1945) arbeitete der größte Teil bereits seit 2-3 Wochen in sowjetischen Lagern. Zur Zeit der Ereignisse war der Öffent-lichkeit nicht bekannt, dass eine Art der von Deutschland vorgeschriebenen Wiedergutma-chung die Verwendung der deutschen Arbeits-kraft war. Darüber verhandelten die Groß-mächte allerdings erst auf der Jaltaer Konferenz im Februar 1945, zu einer Zeit also, als die Mo-bilisierung und Verschleppung auch schon in Ungarn abgeschlossene Tatsachen waren.

Es ist also offensichtlich, dass sich die Sow-jetunion darauf schon weit im Voraus vorberei-tet hatte und dass sie den näher noch nicht festgelegten Inhalt der im Kreis der Wiedergut-machung Deutschlands verhandelten deutschen Arbeitskraft im weitesten Sinne verstand. Einer-seits bedeutete dies die Verschleppung der Reichsdeutschen in die Sowjetunion, andererseits auch den auf ähnliche Weise geschehenen Arbeitseinsatz eines bestimmten Kreises der in der Tschechoslowakei, in Rumänien, Jugosla-wien, sowie Ungarn lebenden deutschen Natio-nalität.

Bei der allgemeinen Beurteilung der Ereig-nisse muss man sich vor Augen halten, dass die Transporte in die Sowjetunion einer ähnlichen Denkweise entsprangen, wie die, die sich von der Rassentheorie ernährte. Der Unterschied ist nur formell. Während die faschistische Rassen-theorie von vornherein die Minderwertigkeit der Juden und anderer Völker, beziehungsweise deren Vernichtung deklarierte, benutzte die Stalinsche Willkür sich vom östlichen Despo-tismus ernährend und die Persönlichkeitsrechte außer acht lassend die Mittel der Völkerver-nichtung. Erschwert wurde die Lage, wenn dies überhaupt möglich war, dass sie all das heimlich, auf tückische Weise, das Gegenteil der Geschehnisse behauptend, Freundschaft und Achtung der Völker verkündend, durchführten. Der Zynismus übertrug sich auch auf die unga-rischen Behörden, beherrschte sie dann immer mehr, was schließlich zum vollkommenen „Vergessen” der Verschleppten führte.

Wenn in den Grundlagen der die Ereignisse bestimmenden Denkweise auch noch irgend-welche Abweichungen zu finden waren, zeigten sich diese in der praktischen Verwirklichung kaum. Auf beiden Seiten kam es zum Einsam-meln der Menschen, deren Einwaggonieren, es gab Lager, Verpflichtung zur Arbeit und schließlich Völkervernichtung. Nur die Mittel der Letzteren waren andere. Dort kam es neben dem Hungern zu gewerbsmäßigen Massakern, hier (...) überließ man die [heikle] Arbeit der Natur. (...) Auf Grund des gleichen Schicksals sollten aber auch die Beurteilungen gleich sein. (...) Wenn nämlich im Laufe des Nürnberger Prozesses das Verbrechen gegen das Judentum zum Kriegsverbrechen erklärt wurde, dann können die hier gerade auf Grund der Anklage-schrift des sowjetischen Oberstaatsanwaltes verhandelten Ereignisse auch nicht anders behandelt werden.

Es ist am richtigsten, wenn die im Laufe der Verschleppung verstorbenen, aber auch die Überlebenden als Opfer betrachtet werden, genauso wie die übrigen Teilnehmer am Zweiten Weltkrieg. Opfer sind auch die Überlebenden, da sie physische und psychische Schaden erlitten, die eine Rehabilitierung nur mildern, das Geschehene aber nicht vergessen lassen und ungeschehen machen kann.

Quelle: Dr. Georg Zielbauer (Redakteur): Die Verschleppung ungarländischer Deutscher 1944/1945. Erste Station der kollektiven Bestrafung. Budapest. 1990

Ibolya Sax

(Az illusztráció Franz Walper „Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade...” című, a csobánkai németek kitelepítésérõl írt könyvébõl való. – a szerk.)


Könyvajánló

Magyarországi német utónevek jegyzéke

 

A nemzeti és etnikai kisebbségek jogairól szóló 1993. évi LXXVII. törvény 12.§ (1) szerint „a kisebbséghez tartozó személynek joga van saját gyermeke utónevének szabad megválasztásához, családi és utónevének anyanyelve szabályai szerinti anyakönyveztetéséhez és annak – a jogszabályban meghatározott keretek közötti – hivatalos okmányban való feltüntetéséhez.”

Az elmúlt évek során megnõtt azon német nemzetiségű családok száma, amelyek német nevet kívántak adni újszülött gyermeküknek.

A könyv kiadója, a Magyarországi Németek Országos Önkormányzata bízik benne, hogy a külön-külön több mint ezer fiú- és lánynevet tartalmazó névjegyzék segíteni fogja a családokat a névválasztásban, az anyakönyvvezetõket pedig a hozzájuk forduló német nemzetiségű szülõk tájékoztatásában és az utónevek helyes bejegyzésében.

Az utónévjegyzéket a németországi és ausztriai névadási gyakorlat és szabályok, valamint a magyarországi német nemzetiség névadási hagyományai figyelembevételével az Eötvös Loránd Tudományegyetem Germanisztikai Intézetének munkatársai állították össze.

Sz. I.


Neue Möglichkeiten für den Gradus Kindergarten

Die Gemeinnützige Hermann-Nier-mann-Stiftung wurde Ende 1977 vom Düs-seldorfer Kaufmann und Industriellen Her-mann Niermann mit dem Ziel gegründet, im Rahmen der Völkerverständigung gemeinnützigen Zwecken zu dienen. In diesem Sinne konzentriert die Stiftung ihre finan-zielle Förderung auf kulturelle, wissen-schaftliche und soziale Maßnahmen, Ein-richtungen und Veranstaltungen ethnischer Minderheiten und Volksgruppen und auf die Förderung des Erhaltens, der Lehre und der Verbreitung der deutschen Sprache und Kul-tur in den Minderheitengebieten Europas. Im vergangenen Jahr wurden 143.264.- Euro für Minderheitenprojekte in Ungarn ausge-schüttet.

Anfang der 90er Jahre wurde auch die Er-weiterung und Sanierung des Gradus Kin-dergartens in Werischwar von der Stiftung unterstützt. Das im Jahr 1996 übergebene Gebäude ist seitdem aber wieder erwei-terungs- und renovierungsbedürftig geworden.

Die Kinder überreichen Herrn Stiemke das Geschenk des Gradus Kindergartens

Diese Meinung teilt auch Uwe Stiemke, Vorsitzender der Gemeinnützigen Hermann-Niermann-Stiftung, der am 2. März einen Besuch im Werischwarer Gradus-Kinder-garten abstattete. Anlässlich seines Besuches sah er sich im Kindergarten um und nach dem kurzen Programm der Kindergarten-kinder kam es zu einem Gespräch mit einigen ehemaligen und jetzigen Mitgliedern des Gradus Vereins, der Leitung des Kinder-gartens sowie der Bürgermeisterin der Stadt.

„Ich bin mal vorbeigekommen, weil ich den Kindergarten und meine alten Freunde wieder mal sehen wollte und mir gedacht habe, dass in den vergangenen Jahren sicherlich Schwierigkeiten aufgetreten sind, zu deren Beseitigung eine Hilfe willkommen wäre.” – äußerte sich Herr Stiemke. Da die Stiftung nicht nur neue Projekte fördern möchte, sondern sich auch um die alten Angelegenheiten kümmert, brachte er die Absicht der Stif-tung zum Ausdruck, den Kindergarten weiterhin zu fördern.

Der Vorsitzende und die anwesenden Vertreter waren sich dessen einig, dass im ersten Schritt die vernünftige Sanierung und Erweiterung der Sanitäranlagen und des Heizungssystems an der Reihe sind. Eine weitere Priorität besitzt auch die komplette Sanierung des Daches.

Wenn der Stiftung ein entsprechender Antrag ge-stellt wird, kann der Gradus Verein bereits im Sommer mit den Förderungsgeldern rechnen und die Arbeiten noch in diesem Jahr ausführen lassen.

Anschließend brachte der Vorsitzende seine Angst zum Ausdruck, dass die deutsche Sprache mit der Zeit aus dem alltäglichen Gebrauch leider allmählich verschwindet. Eben deswegen findet er die Arbeit im Kindergarten sehr wichtig und bat die Kinder-gärtnerinnen darum, auf die Zweisprachigkeit besonders großen Wert zu legen.

Nach dem Gespräch hat Herr Stiemke noch das Wirtschaftsgymna-sium besucht, das für die Einrichtung der neu zugebauten Räumlichkeiten eventuell auch mit einer Förderung der Hermann-Nier-mann-Stiftung rechnen kann.

Ibolya Sax


A Német Nemzetiségi Önkormányzat hírei

A Német Nemzetiségi Önkormányzat 2005. február 23-i ülésén, amelyen az önkormányzat öt tagja volt jelen (Manhertz Mártonné, Müller Márton, Neubrandt István, Sax Ibolya, Sax László), jóváhagyta a nemzetiségi egyesületek 2005. évi támogatását. A nemzetiségi egyesületek támogatása a 2005/1. sz. határozat alapján a következõképpen alakul:

Heimatverein:........................... 900 eFt
Fúvószenekar:.......................... 1300 eFt
Vegyeskórus:............................ 900 eFt
Gradus Egyesület:.................... 400 eFt
Hagyományõrzõ Egyesület:..... 450 eFt
Nemzetiségi Tánccsoport:....... 300 eFt

Ehhez átcsoportosításra volt szükség a kisebbségi önkormányzat elõirányzott költségvetésében. A Pilisvörösvár Városi Önkormányzat által pénzeszköz-átadáshoz biztosított 4000 eFt-hoz a Német Nemzetiségi Önkormányzat az egyesületek támogatására a 2004. évi pénzmaradványából 250eFt-ot biztosít. (2005/3. sz. határozat)

A Hagyományõrzõ Egyesület a támogatást – amelyet a múzeum anyagának regisztrálására, állagának megóvására fordíthat – csak abban az esetben kapja meg, ha a 2004. évi ugyanerre a célra kapott támogatással elszámolt. Ennek határideje 2005. március 31. (2005/2. sz. határozat)

Az önkormányzat tagjai bíznak benne, hogy az értékes múzeumi anyag mielõbb feldolgozásra kerül.

A kisebbségi önkormányzat költségvetésében 1600 eFt külkapcsolati pénz áll rendelkezésre.

Mivel Gröbenzell és Pilisvörösvár június és szeptember hónapban ünneplik partnerkapcsolatuk 15 éves jubileumát, az ünnepségekhez az önkormányzat ebbõl az összegbõl fog hozzájárulni.

A Templom Téri Általános Iskola kérelmet nyújtott be az önkormányzathoz, melyben tanulóinak németországi cserelátogatási utazásához kért anyagi támogatást. A kérelmet a Képviselõ Testület elutasította. (2005/4. sz. határozat)

A kisebbségi önkormányzat az idei évben a következõ programokat szeretné megvalósítani: májusban a Hõsök napi megemlékezést és õsszel a Német Nemzetiségi Napokat.


 

Könyvajánló

A Handbuch der Ungarndeutschen (Magyarországi németek kézikönyve) egy információs kiadvány, mely rövid áttekintést nyújt a magyarországi németek politikai és kulturális életérõl.
A kézikönyv szerkesztése 2004. szeptember 1-jén zárult le. A tervezett 12 fejezetbõl elsõként négy fejezet készült el, melyek a következõk:

– A Magyarországi Németek Országos Önkormányzatának felépítése (szervezeti felépítés: bizottságok, regionális irodák, megyei szövetségek és kisebbségi önkormányzatok címe)
– Országos egyesületek

– A magyarországi németek jeles személyiségei (a magyarországi németek legmagasabb kitüntetésének, az „Ehrennadel in Gold” tulajdonosai)

– Egyebek (Alapszabály, Magyarországi Németek Himnusza, Címer leírása, Szimbólumok)
A kézikönyv nyelve német, de a fontosabb, általános vonatkozású dokumentumok magyar nyelven is megtalálhatóak benne.

A kiadvány gyűrűs dosszié formájában jelent meg, így a benne szereplõ adatok – a magyarországi németség életében bekövetkezõ változásokat követve – folyamatosan aktualizálhatók, ill. bõvíthetõk.

A kiadvány megvásárolható a Magyarországi Németek Országos Önkormányzatánál. (1026 Budapest, Júlia u. 9., Tel.: 212-9151, 212-9152, Fax: 212-9153, E-mail: ldu@ldu.datanet.hu)

 


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