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Die ungarndeutsche Literatur und die DDR

Im Jahre 2008 kurz innehaltend werden wir vielleicht mit Erstaunen feststellen können, dass inzwischen eine Generation von Kindern volljährig geworden ist, die selbst keinerlei Erinnerung mehr an die DDR haben kann. Vielleicht ist es heute bereits eine beinahe unmögliche Aufgabe, den Jugend-lichen begreiflich zu machen, wie es damals mit und in der DDR war. Die „Deutsche Demokratische Republik” hatte allerdings auch im Zusammenhang mit der ungarn-deutschen Literatur eine Rolle gespielt, die alles andere als unkompliziert war.

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Wo die DDR-Kulturpolitk gemacht wurde: Sitz von ZK und Politbüro der SED 1959-1990

Von Seiten der DDR hatte man damals mit dem Organ der Ungarndeutschen, das offi-ziell für die ungarndeutsche Literatur zustän-dig war, mit der „Literarischen Sektion des Demokratischen Verbandes der Deutschen Werktätigen in Ungarn” den Kontakt aufge-nommen. An der Oberfläche gab man vor, offen und frei miteinander umzugehen, doch war das Misstrauen in diesem Verhältnis nicht zu übersehen. Es gab Lektoren aus der DDR, die großes Interesse und Einfühlungsvermö-gen für die Verhältnisse in Ungarn zeigten, wie etwa Oskar Metzler, der einen bis auf den heutigen Tag wichtigen Interviewband mit dem Titel „Gespräche mit ungarndeutschen Schriftstellern” im Jahre 1985 veröffentlichte. Dieses Buch, in dem ungarndeutsche Schriftsteller über sich selbst, ihr Leben, ihr Schreiben, ihre Hoffnungen und Wünsche erzählten, erregte bei den zuständigen DDR-Behörden Missfallen, da man es für politisch – natürlich im Sinne der DDR-Kulturpolitik – für nicht ausgewogen hielt. Als Ergebnis dessen wurde z.B. dem Nachfolger von Oskar Metzler, dem nächsten Lektor in Fünfkirchen von der DDR-Seite verboten, sich mit ungarn-deutschen Autoren in Kontakt zu setzen.

Das Problematische bei all dem war, dass die Kulturpolitik der DDR einerseits mit allen deutschsprachigen Minderheiten des damaligen sozialistischen Ostblocks – so also auch mit den Ungarndeutschen – das Ziel verfolgte, die DDR als alleingültiges deutschsprachiges Mutterland durchzusetzen, sich deshalb verstärkt engagieren wollte, andererseits aber zugleich im Falle Ungarns – und auch etwa Polens – Angst vor der „politisch zersetzenden” Wirkung dieser Länder auf die eigenen Staatsbürger hatte. Der „erste Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden” versuchte sich im Sinne einer „Alleinvertretung” dem westlichen Deutschland als Konkurrenten gegenüberzustellen, bekam dann aber in konkreten Fällen immer wieder einen „Schreck”, wenn es miterleben musste, wie gering sein Einfluss blieb.

Heute können wir einfach nur feststellen: die ungarndeutsche Literatur hat einzelnen Personen aus der DDR viel zu verdanken, während die staatlich gelenkten und geför-derten Ziele der DDR sich – zum Glück – kaum auf die ungarndeutsche Literatur aus-wirkten.

Dr. Kerekes

„Schwobisch Dischkurieren”

„Für die Erhaltung der schwäbischen Muttersprache” war die ungarischsprachige Annonce betitelt, in der Mária Andrusch-Fóti (Mida néni) in der „Werischwarer Zeitung” all jene wöchentlich einmal zu einer Ge-sprächsrunde in freundschaftlichem Umfeld einlud, die ihre Muttersprache durch eine angenehme Unterhaltung üben und auf diese Weise erhalten möchten. Die Zusammen-kunft findet in der Bibliothek der Schule am Kirchplatz statt, wo um einen großen Tisch herum sitzend die Teilnehmer sich gut unterhalten können, da man sich in Form eines Hufeisens einander zugewandt sitzt.

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Gespräch über alte Zeiten

Das Schöne und Einladende an diesen Treffen ist die vollkommene Offenheit und Freiheit im Gesprächsstoff und Unterhal-tungsthema: wem etwas einfällt, ganz gleich ob eine Geschichte aus der eigenen Vergan-genheit oder ein Spruch oder ein Lied, der kann dies ungezwungen vortragen und wird von den anderen Anwesenden mit Interesse angehört. Es gibt im Grunde nur eine einzige Regel, die eingehalten werden soll, nämlich den Grundsatz, dass auf Schwäbisch ge-sprochen werden soll. Natürlich ist das nicht immer leicht, da es immer wieder Wörter und Begriffe gibt, für die man außer im Unga-rischen keine Benennungen kennen kann, doch trotzdem gelingt es immer wieder, sich im Schwäbischen auszudrücken.

Zuletzt kamen im Laufe des Treffens recht unterschiedliche Themen zu Sprache: lustige Anekdoten über die eigene Familie ebenso wie ernste Themen, zum Beispiel die Zwangs-magyarisierung der deutschen Namen oder traurige Erinnerungen an Momente der Diskriminierung als Schwabe in Ungarn. Auch sprachliche Zusammenhänge wurden im Laufe des Gesprächs entdeckt, so etwa dass das schwäbische Wort für Kartoffel, nämlich „Krumbien” aus dem deutschen Wort „Grundbirne” stammt, und vermutlich auch das ungarische Wort „krumpli”.

Zusammenfassend muss man noch einmal feststellen, dass die freundschaftliche und menschliche Atmosphäre dieser Zusam-menkünfte sehr schön und angenehm ist. Jeder kann teilnehmen, doch wird niemand zu irgendetwas gezwungen. Wenn jemand zunächst nichts sagen möchte, weil man glaubt, schon so lange nicht mehr schwäbisch gesprochen zu haben, dass man vielleicht Fehler machen würde, so ist auch das kein Problem: man kann auch nur zuhören, den Klang der Muttersprache hörend sich ins Schwäbische zurück- und hineinfinden. Hat man dann zurückgefunden, dann kann man wiederum am „Dischkurieren” teilnehmen.

Wir sind davon überzeugt: wenn es eine gute Methode gibt, um das Schwäbische zu bewahren und jedem, der schwäbisch spre-chen möchte, Lust und Mut zu machen, um die Muttersprache zu benutzen, so ist dies, wie es in der Schule am Kirchplatz mittwochs ab 17.00 Uhr in der Bibliothek geschieht, der richtige Weg.

Müller Márta

Kleiner Mundartkurs (4. Teil)

In der letzten Folge unserer Mundartkurs-Serie haben wir darüber lesen können, dass über die – in der Schule unterrichtete – normale Rechtschreibung hinaus, von Sprach-wissenschaftlern zu wissenschaftlichen Zwecken verschiedene Transkriptionssysteme entwickelt worden sind. Die wissenschaft-lichen Transkriptionssysteme zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus phonetischen Zei-chen (etwa aus den lateinischen und griechi-schen Buchstaben und anderen Zeichen wie z. B. Häckchen, Strich, Doppelpunkt) bestehen, von denen jedes Zeichen zur Verschrif-tung nur eines einzigen Lautes verwendet wird.

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Die Herausarbeitung der internationalen phonetischen Transkription (IPA) stellte – im Vergleich zu der althergebrachten Recht-schreibung – ein Novum dar. Wenn man weiß, welches phonetische Zeichen welchen Laut symbolisiert, dann kann die mit der phonetischen Transkription verschriftete Re-de von jeder Person lautgetreu vorgelesen werden. Die Verschriftung mithilfe der pho-netischen Zeichen ist aber ein recht zeitauf-wendiges Unterfangen: Wenn man etwa eine Stunde mundartliche Rede phonetisch trans-kribiert niederschreiben will, dann dauert diese Prozedur etwa 20 Stunden. Während der phonetischen Transkription muss man nämlich das vom Tonband Gehörte nicht selten vier-fünfmal zurückspulen, um die manch-mal recht besonderen Laute der Mundart verstehen und der Originalaussprache ent-sprechend transkribieren zu können. Wer Mundarttexte phonetisch transkribieren will, der muss einerseits ein sehr geschultes Ohr haben, andererseits muss man wissen, wel-cher mundartliche Laut mit welchem phone-tischen Zeichen wiedergegeben werden darf. Es ist also nicht verwunderlich, dass man auch eine viel benutzerfreundlichere Variante der Mundartverschriftung, die sogenannte literarische Transkription entwickelt hat.

Die literarische Transkription ist ein Mit-telweg zwischen der phonetischen Trans-kription und der Normalverschriftung durch die (deutsche) Rechtschreibung. Sie ist auch für Laien sehr leicht erlernbar, die keine dialektologischen Kenntnisse haben. In dieser Art der Laientranskription werden grundsätz-lich die deutschen Buchstaben verwendet. Wo aber die Mundart Laute beinhaltet, die in dem deutschen Alphabet nicht vorkommen, dort werden leicht merkbare Zeichen benutzt, wie etwa a für ungarisches, tiefes a, wie etwa im Wort paun („Boden”), oder für die Laut-verbindung n+g im Ausdruck i tri („ich trinke”).

Diese Zeichen stammen ebenfalls aus dem internationalen phonetischen Alphabet, aber die Anzahl der Extrazeichen ist einerseits sehr begrenzt, andererseits sind ihre Bedeutungen leicht merkbar. Es ist empfehlenswert dieses Verfahren auch auf die Werischwarer Mund-art anzuwenden, denn so bleiben die mithilfe der Laienschrift niedergeschriebenen Texte für Nicht-Werischwarer Ungarn und auch für an unserer Mundart interessierte Deutsche leichter lesbar, als wenn man die deutschen Buchstaben mit den ungarischen gemischt hätte. Auf die speziellen Zeichen samt Bei-spielen der Laienverschriftung werden wir aber in der nächsten Folge unserer Mundart-Serie eingehen.

Müller Márta

Nyelvjárás-sorozatunk e havi részében a nem fonetikai célokra kifejlesztett irodalmi, vagy más néven laikus nyelvjárás-lejegyzési módszerről és előnyeiről van szó. A német nyelvjárások laikus lejegyzését dialektológiai ismeretekkel nem rendelkezők, nyelvjárás-beszélők, vagy a nyelvjárás iránt érdeklődők is könnyen el tudják sajátítani.

Mesterségek és sváb mesteremberek dicsérete
Beszélgetés Sax József pékmesterrel

– Kedves Józsi bácsi, igaz-e, hogy eredetileg nem péknek szeretett volna tanulni?
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Sax Józsi bácsi és felesége

– Igen, szívesen foglalkoztam volna órákkal, de aztán úgy hozta az élet, hogy a pékmesterséget tanultam ki. Ebbe a szakmába születtem bele, ebben nevelkedtem. Amikor még kisiskolás voltam, már kosárban hordtam ki reggel az iskola előtt a Tó utcába és a környékre a péksüteményt. De később is, amikor már polgáriba jártam, hajnali 3-4 óra körül keltett az édesanyám, mert a friss pékárut minél hamarabb el kellett juttatni a vevőhöz. Annak idején nagy volt a konkurencia, 16 pék volt a faluban, ráadásul a vevők, például a vendéglősök nem rendeltek előre árut, hanem attól vettek, aki hamarabb odaért. Akkoriban összesen 28 kisebb-nagyobb kocsma volt a faluban, sok volt a Fő úton is. Ezekben a vendéglőkben a Süttőről, Esztergomból vagy Piliscsévről érkező fuvarosok szálltak meg, vagy ha nem is éjszakáztak itt, míg a lovakat pihentették, ők megreggeliztek.

– Hogy lett végül pék?

– Édesanyám 33 évesen özvegyült meg, és itt maradt teli adóssággal és három gyermekkel. Be kellett állnom a családi vállalkozásba, mert különben nem tudtunk volna megélni. Nehéz volt ez az időszak, 4-5 óra alvásnál nem jutott több egy nap se, hiszen az árubeszerzésen és a sütésen kívül elő kellett készíteni nemcsak a tésztát, hanem a kemencét is. Hogy pénzt tudjunk spórolni, erdőritkításkor mi is munkát vállaltunk, és így egy rakás fát saját célra hozhattunk el.

– A háború után mikor sikerült újraindítani a pékséget?

– 1946-ban két segéddel kezdtünk dolgozni, de sajnos nem sokáig, mert 1952-ben államosították az üzletet. Az államosítás után Vörösváron három pékséget arra köteleztek, hogy a szövetkezeteknek (ma: élelmiszerüzlet – M.M.) süssenek és szállítsanak kenyeret. Ez nekem nagy keserűséget okozott, abba is hagytam a sütést. Helyette fuvarozást vállaltam, állattenyésztéssel foglalkoztam, majd három műszakban kezdtem el az ásványbányában dolgozni.

– Milyen pékárut lehetett kapni a pékségben?

– Alapvetően kétféle kenyeret: 4-es lisztből gyúrt fehérkenyeret és 6-os lisztből készített barna rozskenyeret. Az egész faluban csak három pékség készített péksüteményeket: a Steckl-, az Ulczinger-pékség és mi. Így lehetett zsömlét, kiflit, flézlit, sóskiflit, vajaskiflit és brióst is venni. Ezeken kívül vállaltunk bérsütést is (Steer-brotbacken – M.M.), amikor az aszszonyok a megkelt tésztát elhozták a pékségbe, mi pedig kisütöttük. A sütésnek az ára a nyers tészta súlyától függött. Búcsúkor volt, hogy malacot vagy kacsát sütöttünk, vagy az izraelitáknak sóletet.

– Józsi bácsi keze munkájával már sok ember csillapíthatta az éhségét az életében, Önnek mi a kedvenc étke?

– Nincs jobb a feleségem által sütött friss kenyérnél, megkenve egy kis zsírral, megsózva, megpaprikázva.

Müller Márta

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