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IX. évfolyam 12. szám 2009 december
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Deutscher Nationalitätennachmittag

Am 22. November war wieder der Tag des bereits schon zur Tradition gewordenen Nationalitätennachmittags gekommen, den die Vertreter der Deutschen Nationalitäten-selbstverwaltung Werischwar erneut mit großer Liebe und viel Umsicht vorbereitet hatten.
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Im Theatersaal des Hauses der Künste kamen aus dem Anlass bereits zum siebenten Mal Vertreter verschiedener Vereine, Institu-tionen und in sehr großer Zahl – der Raum war mit Gästen zum Bersten gefüllt – die Einwohner der Stadt zusammen, um bei traditionellem Tanz, Musizieren und Gesang einen gemütlichen Nachmittag gemeinsam unter Gleichgesinnten zu verbringen, was eine traditionelle Sitte in diesem ungarn-deutschen Ort ist: „Es war ja früher auch üblich, dass die Nachbarn und die Verwand-ten, nachdem die Feldarbeiten und die Weinlese beendet waren, zusammengekommen sind und einander Anekdoten, Ge-schichten erzählt und Lieder gesungen, musiziert oder eben getanzt haben”, erinnerte der Vorsitzende der Nationalitätenselbstver-waltung. László Sax, an die Vergangenheit. An eine Vergangenheit, die zum Glück nicht vergangen zu sein scheint, wie dies das eindrucksvolle Programm unterstrich:

Als Auftakt stellten die Kleinkinder des Deutschen Nationalitätenkindergartens ihr herzerfrischendes Programm vor, ihnen folg-ten die Schüler der Grundschule auf dem Kirchplatz mit im örtlichen Dialekt vorgetragenen Gedichten, Geschichten und Bräuchen sowie mit Werischwarer Musik und Tanz. Die Pausen zwischen den einzelnen Auftritten füllte die Werischwarer Blaskapelle mit ihrem gewohnt lebendigen Spiel. Hiernach gab der Deutsche Gemischtchor unter der Leitung von Franz Neubrandt in Form von mehreren Liedern eine Kostprobe aus seinem umfang-reichen Repertoire, um dann von dem Nostalgie-Gesangkreis des Rentnerklubs und der Akkordeonkapelle unter der Leitung von Norbert Sax gefolgt zu werden.

Für eine die gute alte Zeit beschwörende Atmosphäre sorgten noch bis auf das Jahr 1903 zurückgehende alte Fotos des in diesem Jahr sein 320jähriges Jubiläum feiernden Werischwar, die gezeigt wurden.

Ein besonderer Teil des Programms war, als vier Persönlichkeiten gratuliert wurde, die sich um die Pflege der örtlichen Nationalitä-tentraditionen verdient gemacht hatten: Judit Lazri, Lehrerin der Deutschen Nationalitä-tenschule am Marktplatz, die den Preis „Deutschpädagoge des Jahres” im Komitat Pest erhalten hatte, Maria Gromon, die die Auszeichnung „Für das Ungarn-deutschtum der Region Nord” entgegengenommen hatte sowie Maria Andrusch-Fóti und Marta Müller, die mit der „Ehrenplakette für Werisch-war” ausgezeichnet worden waren.

Als besonderer Farbtupfer des Nachmittags stellte sich der schwä-bische Stammtisch unter der Leitung von Mária Andrusch-Fóti vor – die Anwesenden hörten aufmerksam dem in der Werischwarer Mundart Gesagtem zu.

Nicht zu vergessen ist der Auftritt der Jugend- und der Erwachsenen-tanzgruppe des Donauschwäbischen Tanzen-sembles Werischwar, der – wie immer – ein Erlebnis war.

Als das offizielle Programm zu Ende gegangen war, blieb das versammelte Publi-kum noch lange zusammen, man plauderte, trank Wein und fühlte sich wohl – so wie früher.

Dr. Kerekes

Ungarndeutsche Dichterporträts: Wilhelm Knabel

In der August-Ausgabe der Werischwarer Zeitung war das Gedicht „Zur Heimat zieht der Brotgeruch” von Wilhelm Knabel zu lesen. Sicher werden sich viele Leser gefragt haben, wer denn dieser Dichter war, der zu den inzwischen nur noch selten genannten Autoren der ungarndeutschen Literatur gehört.
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Wilhelm Knabel

Wilhelm Knábel wurde 1884 in Ober-schützen (Felsőlövő, damals Komitat Vas, heute Burgenland, Österreich) geboren. Sein Vater war Tischlermeister, die Familie sprach zwar deutsch, doch war sie streng ungarisch gesinnt. Knabel besuchte die Lehrerbildungs-anstalt in Obeschützen, wo sich bereits sein literarisches Talent zeigte, als er mit seinen Mitschülern ein humoristisches Wochenblatt gründete und herausgab. Das ist auch dem ungarischen Schriftsteller Ferenc Móra zu verdanken, der Knabels Lehrer war und ihn zum Schreiben ermunterte. Nach dem Besuch der Lehrerbildungsanstalt in Ober-schützen folgte Knabel dem Weg, den ihm das dort erhaltene Diplom für Schulunter-richt in deutscher und ungarischer Sprache eröffnete: sein ganzes Berufsleben lang (bis zur Pensionierung 1942) arbeitete er als Lehrer und sein gesamtes Leben lang war er Pädagoge im besten Sinne des Wortes, indem er sich für die Erziehung der Menschen und die Vermittlung von Kenntnissen einsetzte. Zunächst veröffentlichte er in ungarischer Sprache, so 1909 die Sammlung „Karácsonyfa alatt” mit für die ungarischen Volksschulen zur Weihnachtsfeier geeigneten Gedichten und Szenen, und ab 1911 Berichte und Arti-kel in verschiedenen Tolnauer Zeitschriften. Ab 1913-1919 veröffentlichte er in deut-scher Sprache im Bonnharder (Bonyhád) Wochenblatt „Bauernbund”, es folgten dann etliche literarische Arbeiten sowohl in deut-scher als auch in ungarischer Sprache. Nach-dem er in Rente gegangen war, wandte er sich mit viel Engagement der Volkskunde und der Geschichte der Ungarndeutschen, in erster Linie von Bonnhard und Umgebung zu, so dass er erst in den sechziger Jahren wieder zur Literatur zurückfand. Als Schriftsteller schreibt er in humorvollem Ton über das alltägliche Leben der Ungarndeutschen in Bonnhard und der Region. Außer Erzählun-gen sind vom ihm Gedichte, sowohl hoch-deutsche als auch in der Mundart, sowie dia-logische Szenen verfasst worden.

Eine besondere Bedeutung kommt Wil-helm Knabel deshalb zu, weil er ein maßgeb-licher Initiator des Preisausschreibens „Greift zur Feder!” war, aus dem der spektakuläre Neubeginn der ungarndeutschen Literatur hervorging. Bereits 1967 fragte er in einem offenen Brief, der in der „Neuen Zeitung” erschien: „Könnte die NZ nicht (…) einen Wettbewerb, ein Preisausschreiben veröffentlichen?”

Es dauerte noch sechs Jahre, bis der Aufruf erschien. Im Jahr zuvor, 1972, verstarb Wilhelm Knabel, dem die ungarndeutsche Literatur viel mehr verdankt als man gemeinhin weiß…

Dr. Kerekes

„Für das Ungarndeutschtum der Region Nord 2009”
Gromon Andrásné, született Manhertz Mária (Mici néni) kitüntetése

Mici néni november 14.-én, a solymári PEMű sportcsarnokában tartott kulturális gálán a Magyarországi Németek Északi Régiójának kitűntetését vehette át, amit kilenc évvel ezelőtt, 2000-ben alapított az Észak-Magyarországi Német Nemzetiségi Önkormányzatok Szövetsége.

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Mici néni a díjátadáskor

A díjra minden magyarországi német származású polgár vagy egyesület évente maximum három személyt terjeszthet fel, olyan embereket, akik az észak-magyar régióban a németség nyelvének, kultúrájának megőrzésében valamint másokkal való megismertetésében vagy a hazai németség történelmi gyökereinek feltárásában kiemelkedő teljesítményt nyújtottak. Idén a vörösvári Német Nemzetiségi Önkormányzat javaslatának köszönhetően, mindenki legnagyobb örömére, Mici néni lett a három díjazott egyike.

Vörösváron mindenki ismeri Mici nénit: vagy életének abból az időszakából, amikor a gyermekorvos mellett ápolónőként tevékenykedett, vagy a templomból, vagy mint a helyi német kultúra őrzőjeként. Mici néni – és ezzel a véleménnyel bizonyosan nem vagyok egyedül Vörösváron – régóta várományosa volt egy ilyen formátumú díjnak, hiszen átlagember feletti elszántsággal és szeretettel gyűjti és gondozza, immáron harmincadik éve, Pilisvörösvár német tárgyi és szellemi kultúráját. Azért rendezte be a Kápolna utcában található tájház (Heimatmuseum) három szobáját és konyháját, valamint a tájház udvarát is, hogy a régi idők fotóit, könyveit, bútorait, háztartási eszközeit, a helyi népviseletet, a gyermekjátékokat, babákat, az udvarban a hintókat és a tűzoltókocsit minden vörös-vári vagy nem vörösvári gyerek és felnőtt eredeti környezetben tudja megnézni. Hiszen régen – ahogy azt egy 2001-ben adott interjújában Mici néni találóan megfogalmazta – „a tradíció volt az élet és az élet maga tradíció volt”.

Mici néni munkáját már sokan megcsodálták, a tájház elsősorban a nemzetiségi általános iskolákban tanított „Magyarországi németek népismerete” (Volkskunde der Ungarndeutschen) című tantárgy legértékesebb és legnagyobb szabású szemléltető eszköze. Ha iskolai (vagy óvodai) csoport érkezik látogatóba a tájházba, Mici néni mindig türelemmel meséli el, és mutatja be, hogy milyen egyszerűen éltek eleink, de az egyszerű eszközökkel milyen ügyesen tudtak maguknak relatív, ám célszerű komfortot és szépséget teremteni.

Kedves Mici néni: gratulálunk a kiváló teljesítményéhez, a nemzetiségi díjhoz!

Müller Márta

Geschichte der Ungarndeutschen in den 1940er und 1950er Jahren

Am 25. November 2009 fand an der Nati-onalitätenschule am Marktplatz in Werisch-war in der Organisierung der lokalen Deut-schen Selbstverwaltung der Vortrag von Dr. Dezső Szabó mit dem Titel „Geschichte der Ungarndeutschen in den 1940er und 1950er Jahren” statt.
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Dr. Dezső Szabó während seines Vortrags

Die anwesende Zuhörerschaft – rund 40 Gäste – waren in ihrer Zusammensetzung bunt gemischt: am Thema interessierte We-rischwarer, Zeitzeugen der im Vortrag analy-sierend skizzierten Jahrzehnte und Ereig-nisse, aber auch Schüler und Lehrer aus Werischwar und Umgebung sowie Studenten und Dozenten sowohl von der Budapester ELTE als auch der katholischen Pázmány Universität im benachbarten Piliscsaba (Tschawa).

Der – mit anschließenden Fragen und Ge-spräch – insgesamt etwa zwei Stunden um-fassende Vortrag begann den Überblick über das Schicksal des Ungarndeutschtums in der Zwischenkriegszeit, als die Situation – auch – für die deutsche Nationalität alles andere als rosig war, schließlich betraf sie die Regelung der neuen Grenzverläufe, wie sie im Vertrag von Trianon festgelegt worden waren, auf das nachhaltigste, waren doch von Deutschen be-siedelte Gebiete betroffen, deren Einheit nunmehr aufgehoben worden war.

Dr. Szabó skizzierte anschaulich die verschiedenen Strömungen und Positionen in-nerhalb der Ungarndeutschen in dieser Zeit, die Rolle des nach Verständigung strebenden Jakob Bleyer ebenso wie die des durch seine Siebenbürger Herkunft geprägte unnach-giebigere Haltung von Rudolf Brandsch und das Auftreten sowie die Rolle von Franz Basch und seines Volksbundes.

Gut nachvollziehbar wurde der – im Übrigen sehr stringente und logisch aufgebaute Vortrag – durch die Präsentation, die per Notebook an die Tafel projiziert den Anwe-senden als Verstehenshilfe und als Übersicht diente.

Je näher der Vortrag unserer Gegenwart kam, umso mehr gab es für die im Saal Anwe-senden Erinnerungen an die Erlebnisse ihrer Großeltern und Eltern: so im Zusammen-hang mit der Volkszählung von 1941, deren Ergebnisse nach 1945 gegen die sich zu ihrem Deutschtum Bekennenden missbraucht wurden, mit der Zwangsrekrutierung zur SS und auch mit der Vertreibung nach 1945, die von manchen ungarischen Historikern auch heute noch gerne mit dem Euphemismus „kitelepítés” (dt. „Aussiedlung”) verschleiert genannt wird, während – wie der Vortragende darauf hinwies – im Ungarischen der Begriff „elűzés” (dt. „Verjagung”) oder „kikergetés” (dt. „Vertreibung”) den wahren Sachverhalt wiedergibt.

Zuletzt überließ der Vortragende auf groß-zügige Weise seine Powerpoint-Präsentation dem Chefredakteur der Werischwarer städti-schen Zeitung, womit Dr. Dezső Szabó um ein weiteres Mal mehr unter Beweis stellte: es geht ihm um die möglichste breite Vermitt-lung von Wissen und Kenntnissen über das Leben und Schicksal der Ungarndeutschen.

Dies möge uns allen ein Grundsatz sein.

Dr. Kerekes

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