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IX. évfolyam 2. szám 2009 február
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Die Harmonie ist das Allerwichtigste
Gespräch mit dem Tanzchoreographen und -pädagogen Herrn József Wenczl

– Herr Wenczl, Ihre berufliche Laufbahn ist eine beachtliche, wie sind Sie überhaupt mit dem Tanzen in Berührung gekommen?

– Als ich in den 1950-er Jahren noch ein Kind war, habe ich gespürt, dass zwischen der „demokratischen” Propaganda des Staates und meiner unmittelbaren Umgebung der Familie und Freunde ein großer Widerspruch besteht: zwar wurde die Einigkeit und Frei-heit seitens des damaligen Regimes betont, doch irgendwie wurden davon gerade die Ungarndeutschen ausgeschlossen. Als heranwachsender Junge wurde ich nicht selten im negativen Sinne des Wortes damit konfrontiert, dass ich ein Schwabe bin. Auf der anderen Seite habe ich in meiner näheren Umgebung aber ehrenwerte Tugenden und kulturelle Werte erfahren können, die ich eben mit dieser von manchen Ungarn beanstandeten (ungarn)deutschen Identität verband. Ein wesentlicher Teil dieser „schwäbi-schen” Kultur war der Tanz, den ich im organisierten Rahmen zuerst 1961, in dem Tanzensemble, das von György Hidas geleitet worden war, erlebt habe. 1964 wurde ich in das Budapester Nationalitäten-Tanzensemble eingeladen, in dem auch Rudolf Szauter das Tanzbein geschwungen hat. Zwar standen die ungarndeutschen Mitglieder des Buda-pester Nationalitäten-Tanzensembles ziemlich selten im Rampenlicht, die offizielle Diskriminierung war zumindest in der Tanz-ordnung nur schwer zu übersehen, doch zwischen den einzelnen Mitgliedern – egal ob serbischer, kroatischer, rumänischer oder slo-wakischer Abstammung – sind tiefe Freund-schaften entstanden. Das Institut für Volks-kultur bot zu jener Zeit eine Hochschulaus-bildung mit dem Schwerpunkt Folklore an, die ich parallel zu meiner Tätigkeit in dem Budapester Nationalitäten-Tanzensemble ab-solviert habe. Darüber hinaus habe ich gerade in diesen Jahren begonnen, die Werischwarer Kindertanzgruppe zu betreuen. Ab 1976 habe ich dann die Leitung auch über das Werisch-warer Erwachsenentanzensemble übernommen.

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– Die Einstellung der ungarischen Politik zu den „Schwaben” in Ungarn begann sich Mitte der 1970-er Jahre zu lockern, doch bis zum heutigen Tage gibt es immer wieder heikle Situationen, die verschiedene Ethnien bzw. ihr Zusammenleben in Ungarn betreffen.

– Leider Gottes. Ich bin nicht kundig auf dem Gebiet der Minderheitenpolitik, aber als Laie denke ich, dass die Minderheitenpolitik der Österreichisch-Ungarischen Monarchie eine – zumindest aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts – gelungene war: Viele Ethnien lebten friedlich nebeneinander, so dass man voneinander lernen konnte. Die Tendenz, dass Kulturen voneinander Elemente über-nehmen, kann nicht aufgehalten werden – übrigens sollte sie es auch nicht. Auch in den Werischwarer Tänzen gibt es ungarische und slowakische Motive. Kenner würden nie bezweifeln, dass der transsilvanische, von Männern getanzte „Legényes” auch deutsche Motive hat. Unter der Herrschaft von Maria Theresia wurden junge Männer aus Trans-silvanien auf dem deutschsprachigen Gebiet der Monarchie stationiert und nach ihrer Rückkehr in die alte Heimat haben sie die in Österreich gelernten, ursprünglich also deut-schen Elemente in ihre Tänze eingebunden.

– Wie würden sie einen für Werischwar typischen Tanz charakterisieren?

– In Werischwar werden der Ländler und die Zeppel-Polka gern getanzt. Bei dem letz-teren Tanz werden die Ellenbogen von beiden Tänzern seitlich gespreizt und während der Polkaschritte bewegen sich die TänzerInnen vertikal leicht auf und ab.

– Durch Ihre Tätigkeit müssen Sie wahrscheinlich auch viel reisen.

– Ich verdanke es dem Tanz, dass ich schon um die halbe Welt gereist bin: außer Europa bin ich in Nord- und Süd-Amerika und in Australien gewesen. In Deutschland habe ich vor allem zu den Ulmer, Münchener und Hessischen Kollegen einen außerordent-lich guten, ja freundschaftlichen Arbeitskon-takt. Jedes Jahr halte ich 1-2 Fortbildungen im Ausland und etwa 3 Fortbildungen im Inland. Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen lädt mich jedes Jahr ein, Fortbildungen für Interessenten zu halten. Die Nachfrage ist riesengroß, nicht selten nehmen 90 bis 110 Personen an meinen Tanzkursen teil. Ich bin immer froh, wenn ich erlebe, dass junge und engagierte Men-schen mit meiner Hilfe hervorragende Leis-tungen in der Tanzkunst hervorbringen: Zum Beispiel hat das schwäbische Tanzen-semble in Chicago mit einer meiner Chore-ographien den ersten Preis des Nordameri-kanischen Schwäbischen Festivals gewonnen.

– Wie entsteht in Ihnen die Skizze einer neuen Choreographie?

– Zu allererst spricht mich die Musik an. Wenn ich in der Musik Möglichkeiten sehe und „höre”, sie mit Tanzschritten begleiten zu können, baue ich um die Musik herum die Choreographie aus. Das Allerwichtigste ist jedoch die Harmonie zwischen Musik, Tanz-bewegung und innerer Einstellung der Tän-zer. Wenn diese Trias stimmt, dann dürfte sich auch das Publikum nicht langweilen.

– Haben Sie Choreographien, die Ihnen sehr ans Herz gewachsen sind?

– Ich war einmal in Marburg, bei einem aus Schambeck nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Schwaben. Abends hat mein Gast-geber alte Fotos hervorgeholt und ich habe miterleben können, wie schmerzlich süße Erinnerungen er noch an seine alte ungarische Heimat in sich trug. Diese innigschmerz-liche Erfahrung hat mir den Anstoß gegeben, eine Choreographie mit dem Titel „Erin-nerungen” („Emlékképek”) zu komponieren. Sie wurde übrigens 1996 zum 50. Gedenkjahr an die Vertreibung der Ungarndeutschen mit dem Preis für die beste Musik und für die beste Choreographie ausgezeichnet.

– Stehen auch die Tanzchoreographien unter Urheberrecht?

– Eigentlich schon, doch ich achte nicht darauf, ich freue mich, wenn meine Innova-tion von anderen genutzt wird. Es sei denn, ich werde nicht gefragt, ob man meine Cho-reographien auf die Bühne stellen darf. Da fühle mich manchmal hintergangen.

– Sie haben als Experte ein geschultes Ohr und ein Auge für die Tanzkünste. Was ist Ihre Lieblingsmusik und Ihr Lieblings-tanz?

– Carl Orff und Richard Wagner. Die Musik der beiden Komponisten empfinde ich als sehr voll. Im Bereich der Tänze bin ich sehr stolz auf die Choreographie von dem „Feiertag” („Ünnepnap”) und ich mag die Stampferpolka und den Steyrischen Tanz.

– Herr Wenczl, Sie haben eine beeindruckende Laufbahn mit vielen Auszeich-nungen und Ehrungen. Was würden Sie in Ihrem Leben noch gerne erreichen?

– Ich habe keine persönlichen Zielsetzun-gen mehr, ich kann mich glücklich schätzen, wenn ich das, was ich weiß, anderen weiter-geben kann. Doch einen Wunsch hätte ich schon: ich würde mich freuen, wenn es in dem noch nicht, aber hoffentlich bald fertig gestellten Haus der Künste einen Referenten geben würde, der sich nur um die lokale ungarndeutsche Kultur kümmern müsste. Werischwar hatte bis vor Kurzem eine lei-tende Position innerhalb der regionalen Kultur gehabt, jetzt ist die Palme bei den Schaumarern – ich kann das ihnen gar nicht verübeln, denn sie haben auch vieles getan für diese führende Rolle. Ich wünschte, Werisch-war könnte wieder wichtige ungarndeutsche Veranstaltungen, wie Sommertanzfestivals, Fortbildungen – übrigens nicht unbedingt nur im Tanzbereich – beherbergen. Mit Schillers Worten „Doch der Mensch hofft immer Verbesserung” hoffe ich dies alles für die Zukunft meiner verehrten Werischwarer Mitmenschen.

Márta Müller

Über das Werischwarer Deutsche Natio-nalitäten-Tanzensemble – in Form eines Interviews geführt mit der Vorsitzenden des Ensembles, Frau Anita Breier – wird in der März-Ausgabe der Werischwarer Zeitung berichtet. – M.M.

Ungarndeutsche

Dichterporträts: Erika Áts

Von den ungarndeutschen Dichterinnen kann die 1934 geborene Erika Áts getrost als die Grande Dame dieser Literatur bezeichnet werden.

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Anders als viele ungarndeutsche Autoren stammt sie nicht aus dem Dorfmilieu, sondern war ein Kind einer ungarischen Bürger-familie in Miskolc. Im Herbst des Jahres 1944 wurde die Familie mit dem Debreziner Gestüt, wo ihr Vater in leitender Funktion tätig war, nach Deutschland evakuiert. Dort erlernte Erika Áts in den folgenden Jahren dass Hochdeutsche, so dass sie – als sie sich später der Literatur zuwendete – mit der grammatischen Korrektheit im sprachlichen Ausdruck keinerlei Probleme hatte. 1948 kehrte die Familie mit den geretteten Pferden nach Ungarn zurück. Die Belobigung, die ihre Mutter hierfür von der ungarischen Regierung erhielt, erleichterte wohl die Zulassung zum Studium für Erika. Sie wurde Journalistin, arbeitete langjährig als Redak-teurin bei der „Neuen Zeitung” und – als die ungarndeutsche Literatur im Jahre 1974 in Gestalt der ersten ungarndeutschen Nach-kriegsanthologie „Tiefe Wurzeln” beinahe aus dem Nichts hervortrat – wurde sie auch Dichterin. Leider gibt es von ihr darüber hinaus nur einen einzigen selbständigen Gedichtband, „Gefesselt ans Pfauenrad” (1981), während sie sonst auch in den Antho-logien „Erkenntnisse – Bekenntnisse”, „Igele, Bigele” und „Bekenntnisse eines Birkenbau-mes” mit Gedichten vertreten ist, wobei es einige textliche Überschneidungen gibt. Nach einer längeren Schweigen erschienen Ende der neunziger Jahre einige Gedichte von ihr im „Deutschen Kalender” und danach auch in der Anthologie „Erkenntnisse 2000”, doch ist es erstaunlich und bedauerlich, dass es keine weiteren Gedichte von ihr im Druck gibt, da gerade die gedankliche Reife sowie die souveräne formale Art ihrer Lyrik ein umfangreicheres Werk vermuten lassen.

Zu ihren bekanntesten Gedichten gehört „Ahnerls Lied”, das mit schlichten Worten und liedhafter Form auf den Gang der Welt, das Aufeinanderfolgen der Generationen in einer Art hinweist, die den Leser auch heute noch berührt:

Ich wieg dich ein, ich lull dich ein,
sing dir das Lied vom Rosmarein,
vom Zweiglein mit den Strahlen fein
aus Mondgespinst und Sonnenschein,
treu von der Wiege bis zum Schrein.
Es kröne deine Stirne rein,
wenn einst du ziehst zum Liebsten ein,
zu trinken lautrer Liebe Wein,
zu bauen fleißig Stein auf Stein,
trocknen der Tränen bittre Pein,
in Lust und Last zu zweit gedeihn,
am Bettchen süßer Kinderlein
summen das Lied vom Rosmarein,
vom Zweiglein mit den Strahlen fein
aus Morgenlicht und Abendschein,
treu von der Wiege bis zum Schrein.

Dereinst am stillen Grabe mein
sing mir das Lied vom Rosmarein.

Dr. Kerekes

Ízelítő a pilisvörösvári Német Nemzetiségi Táncegyüttes éves programjából

Február 21. Szár – Farsangi bál
Február 21. Fánkfesztivál Pilisszentkereszten
Február 24. Farsangtemetés Vörösváron
Március Koós Károly Gimnázium,
Budapest – Tavaszi Fesztivál
Április 18. Alapítványi bál
– Schiller Gimnázium
Április 30. Májusfaállítás Vörösváron
Május Majális Pusztavámon;
Májusfadöntés Vörösváron;
Fúvósfesztivál Vörösváron
Május 30-31. Fellépés Császártöltésen
Június Fellépés Gánton; Majorette és
Táncfesztivál Pilisborosjenőn
Július Gröbenzell, Tánctábor (4 napos)
Augusztus 16. Saját szervezés – Vörösvári
Napok – Schwabenfest
Augusztus 8-9. Fellépés Bonyhádon
Szeptember Budafoki Bor- és Pezsgőfesztivál;
Ceglédberceli Napok;
Szüreti felvonulás Vörösváron
Szeptember 12-13. Szüreti Felvonulás
Vaskeresztesen
Október Idősek napja (Vörösvár)
Október 31. 55 éves Jubileum
(Vendég: Mosbach, Szár)
November Nemzetiségi nap (Vörösvár)
December 19. Sváb előszilveszter
– az Egyesület évzárója

A világirodalom legszebb verseiből

Friedrich Schiller
Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren,
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Besserm sind wir geboren!
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

Remény

Álmodnak egy szebb, jobb hazáról,
Ez álom minden emberé:
Lihegve tör a földi tábor
Egy felragyogó cél felé!
A föld tavaszra, télre válik –
Az ember remél mindhalálig.

Remény az út, a cél, a pálya.
A gyermek hűen él vele,
Remény az ifjú délibábja,
Remény az aggnak élete:
Ha fáradt teste sírba űzi,
Reménységét a sírra tűzi.

S ez nem valami lázas eszme
Bomlott agyvelők éjjelén;
A lélek harsog messze, messze:
Nagyobbért, szebbért élek én! –
S amit a lélek hangja hirdet,
Az nem csalhat meg soha minket!

(Fordította: Dsida Jenő)

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