A pilisvörösvári Német Nemzetiségi Táncegyüttes 2009-es terveiről
– Milyen rendezvényeken fog a felnőtt együttes részt venni az idei év során? – érdeklődtünk Breier Anitánál, a Német Nemzetiségi Táncegyesület elnökénél.
– Minden hónapban lesz átlagosan 2-3 fellépésünk szűkebb pátriánkban, Vörösváron, de más magyarországi településen, így Vaskeresztesen, Bonyhádon és Császártöltésen, illetve külföldön, például Németországban is. A 2009-es év tervezett programjai közül kiemelném az október 31-re tervezett vörösvári fellépésünket, mert ekkor fogjuk egyesületünk fennállásának 55 éves jubileumát ünnepelni.
– Milyen táncok szerepelnek a felnőtt együttes repertoárjában?
– Sváb és magyar táncok, főként Wenczl József koreográfiái. Például a Döngölős polka, a Kalapos verbunk, a Vörösvári rezgős polka, a Baranyai hangulatok, a Stajerisch, az Oberkrainer vagy a Vidám táncok.
– Bővül 2009-ben a repertoár?
– Igen, próbáljuk elővenni a régi táncokat, melyeket más együttesek nem táncolnak, viszont régen a csoport táncolt. Új koreográfiákat is tanulunk, melyeket az októberi, 55 éves jubileumon fogunk először bemutatni a közönségnek.
– Hogyan gondoskodtok megfelelő utánpótlásról?
– Jelenleg 4 csoportja van az egyesületnek. egy felnőtt, egy ifjúsági és két gyermek csoport. A felnőtt csoport próbáit Wenczl József Nívó-díjas koreográfus tartja. Én az új munkám miatt már csak az ifjúsági csoport vezetését tudom ellátni, így a másik két gyerekcsoportot sajnos le kellett adnom. A kisebbeket Hau Renáta és Nagy Orsolya vette át fél évvel ezelőtt. A középső gyerekcsoport próbáit is – néhány felnőtt táncos segítségével – Renáta és Orsolya fogják tartani.
– Milyen gondokat szeretnél a 2009-es esztendőben megoldottnak látni?
– Szeretném, ha az ifjúsági csoportból a fiúknak a meglévő ing és mellény mellé nadrágokat tudnánk varratni és csizmákat készíttetni. Ezek nagyon fontos kellékei a sváb viseletnek. Jó lenne, ha az újonnan érkezettek egy idő után szintén új ruhákat kapnának. Minél több táncot szeretnék betanítani, illetve betaníttatni a csoportoknak. Végül pedig – de egyáltalán nem utolsó sorban – nagyon örülnék, ha az 55 éves jubileumi ünnepségen minél több vörösvári eljönne a táncbemutatónkra. Az egyesület minden tagja boldog lenne, ha érezhetnénk, hogy táncainkkal nagy létszámú és lelkes közönség kedvében tudunk járni.
Müller Márta
Ungarndeutsche Dichterporträts
Josef Mikonya (1928-2006)
Der zur ersten Generation der in den 1970er Jahren neu erstandenen ungarndeutschen Literatur gehörende Josef Mikonya wurde 1928 in Tarian/ Tarján als Sohn eines Landarbeiterehepaares gebo-ren und wuchs im dörflichen Milieu auf. Der deutsche Ortsdialekt war seine Muttersprache. Nach der Volksschule lernte er den Beruf des Schießmeis-ters und arbeitete 22 Jahre im Bergwerk der Totiser Kolonie/Tatabánya, bis er schließlich nach einem tragischen Grubenunglück beschloss, die Grube zu verlassen und nicht mehr als Bergmann zu arbeiten. Hiernach war er noch 13 Jahre lang Hüttenarbeiter.
Er erlebte den Zweiten Weltkrieg und die Diskri-minierung der Ungarndeutschen in der „Volks-republik Ungarn” bereits bewusst, diese artikulieren konnte er aber in seinen Werken erst spät. Zwangsmusterung zur SS, erzwungener „Heldentod” im Krieg, sinnloser Tod im Laufe der russischen Plün-derungen, ungarischer Assimilationsdruck vor und nach 1945, die Vertreibung der Ungarndeutschen nach dem Krieg, die sozialistische Misswirtschaft – all diese schmerzhaften Themen werden in den Erzählungen und Gedichten Mikonyas manchmal direkt, manchmal verschlüsselter angeschnitten.
Schriftsteller war er immer „nur” neben seiner beruflichen Anstel-lung, doch bedeutete dies nicht, dass er wenig geschrieben hätte: er gehört zu den produktivsten ungarndeutschen Autoren.
Zum Schreiben kam er über den 1973er Aufruf „Greift zu Feder” der „Neuen Zeitung”, und so publizierte er bereits in der ersten un-garndeutschen Anthologie „Tiefe Wurzeln”. Doch wäre der Aufruf allein nicht ausreichend gewesen, um aus Mikonya einen Schriftsteller zu machen, wenn da in seiner Kindheit seine Mutter ihm nicht jeden Abend Märchen erzählt sowie in sei-ner Familie Literatur und das Lesen nicht hoch angesehen gewesen wären.
Mikonya publizierte nicht nur in verschiedenen Anthologien, in der „Neuen Zeitung”, der „Neuen Post” sowie im „Deutschen Kalender”, sondern er erhielt im Jahre 1994 auch einen selbständigen Band mit dem Titel „Krähen auf dem Essigbaum”.
Besonders verbunden war er natürlich mit seiner engeren Heimat, mit Tarian: Er schrieb die Geschichte des Ortes, sammelte zahlreiche örtliche Anekdoten, war Gründungsmitglied des Nationalitätenchors und spielte einst in der dortigen Blaskapelle.
Dieser Lokalpatriotismus zeigt sich auch in seinen Werken, von denen viele Gedichte und Geschichten in der Tarianer Mundart verfasst worden sind. So etwa das Gedicht „Wunschtraam”:
Mei Kennwoat lautet: Friedn, Freindschoft,
's is jo wohlbekannt.
Jemand, tea mir Tür aufmocht,
is mit mir sinnverwandt.
Tuat wo man Haß und Neid net kennt,
möcht' i a Häusal bauan!
Gleich auf welchem Kontinent:
Wo man jedm kann vertrauen.
Der am 3. September 2006 verstorbene Autor ruht in seiner Heimat, auf dem Friedhof von Tarian.
Dr. Kerekes
„Hazatértek” – „Heimgekehrte”
Buch über nach Ungarn aus der Zwangsemigrationillegal heimgekehrte Ungarndeutsche
Eine der interessantesten Neuerscheinun-gen der vergangenen Monate im Themenkreis Ungarndeutschtum und Vertreibung der Un-garndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg stellt der rund 400 Seiten umfassende unga-rischsprachige Band „Hazatértek” der Histo-rikerin Ágnes Tóth dar, in dem die Verfasserin sich ausführlich mit dem Schicksal von jenen Ungarndeutschen beschäftigt, die zu den aus Ungarn Vertriebenen gehörten, einen längeren oder auch kürzeren Zeitraum in Deutschland verbracht hatten, von dort aber verschiedenste Risiken auf sich nehmend, weil illegal, nach Ungarn zurückkehrten.
Der große Vorzug dieses Buches besteht darin, dass hier nicht auf Grund von Hören-sagen oder nachträglicher Berichte die Thema-tik erarbeitet worden ist, sondern Ágnes Tóth hat sich sehr ausführlich mit historischen Do-kumenten in verschiedensten Archiven, so zum Beispiel in dem des Innenministeriums, von Gerichten und auch von Selbstverwaltungen beschäftigt, um ein möglichst objektives und genaues Bild des Problemkreises nachzeichnen zu können. Ergänzt werden die aufgearbei-teten Dokumente durch strukturierte Inter-views, von denen 19 im letzten Kapitel des Buches mitgeteilt werden. Im Interesse der wissenschaftlichen Nachprüfbarkeit der Vorge-hensweise und der Aufarbeitung der Interviews findet sich im Anhang der Fragebogen zu den Interviews, auf Grund dessen jeder interessierte Leser einen tiefer gehenden Einblick in die Arbeit der Historikerin erhält.
Der Aufbau des Buches ist streng logisch und übersichtlich gehalten.
Zunächst werden die historischen Fakten der Epoche, der Umstände der Vertreibung der Ungarndeutschen, über die unter den ungari-schen Parteien weitgehender Konsens bestand, mit vielen Daten dargelegt.
Im zweiten Teil folgt die Auswertung der Interviews, indem auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede, auf Gesetzmäßigkeiten und Besonderheiten der einzelnen menschlichen Schicksale hingewiesen wird.
Als dritter Teil folgen dann die Interviews selbst. Die mitgeteilten Lebensgeschichten beinhalten ein hohes Maß an Tragik. Diese Menschen, deren Heimat Ungarn war, sind von einem Tag zum anderen von der ungari-schen Politik ihrer Existenz, ihrer Heimat, ihrer Lebensleistung beraubt worden, indem sie – wie das verlogene Wort „Aussiedlung/ kitelepítés” es verschleiern sollte – einfach vertrieben wurden. Viele der in den deutsch-sprachigen Raum Ausgesiedelten sind nie über diesen Verrat hinweggekommen… Besonders prekär war die Situation jener Vertriebenen, die in die sowjetische Besatzungszone, in die spätere DDR transportiert worden waren: Nicht genug, dass sie alles verloren hatten, von der einheimischen deutschen Bevölkerung als unwillkommene Fremde aufgenommen wurden, sie fanden sich auch im Hoheitsgebiet der stalinistischen Diktatur wieder.
Das Buch berichtet von jenen, deren Liebe zu ihrer Heimat so groß war, dass sie die Gefahr der verbotenen Rückkehr nach Ungarn auf sich nahmen. Allerdings bedeutete diese Rückkehr in den allermeisten Fällen lediglich die Rückkehr in das Land, nicht aber die Rückkehr in die engere Heimat, wo der Besitz von einst inzwischen anderen gegeben worden war. Den Heimgekehrten blieb zumeist ein Leben in der Stadt, in deren Anonymität sie einen erzwungenen Neuanfang in Ungarn wagen mussten.
Über sie und ihr Schicksal berichtet dieses bemerkenswerte Buch.
Dr. Kerekes
Woher kommt die ungarische Bezeichnung „priznic”?
Der normalerweise bei Fieber angewandte kalte Umschlag, bei dem der eigentliche nasse kalte Umschlag in trockene Tücher gehüllt und so um die bzw. den Kranken gewickelt wird, heißt in Ungarn „priznic”. Die Her-kunft des Wortes ist aber kaum bekannt, viele Menschen glauben, es habe vielleicht eine geographische Grundlage, habe etwas mit dem Ort Prießnitz in Sachsen-Anhalt oder vielleicht mit dem Stadtteil Prießnitz der sächsischen Stadt Prießnitz oder auch mit dem gleichnamigen Fluss in Sachsen zu tun.
Die Antwort kommt aber geographisch aus einer anderen Region des deutschsprachigen Raumes: der „Namensgeber” für den „Prieß-nitz-Umschlag” (= „priznic-borogatás”) ist der aus Österreich-Schlesien stammende Vincenz Prießnitz, der 1799 als das sechste Kind einer Landwirtsfamilie geboren wurde.
Die Kindheit von Vincenz war schnell vor-über, da sein Vater erblindete und der älteste Bruder früh verstarb. Er musste die Schule verlassen und auf dem Hof mitarbeiten.
Hier „erfand” er auch durch Zufall und aus eigener Not den später nach ihm benann-ten „Prießnitz-Umschlag”: Im Alter von 17 Jahren hatte Vincenz Prießnitz nämlich einen Unfall, er fiel vom Pferd und brach sich zwei Rippen. Diese Verletzung war lebensgefährlich, die inneren Organe hätten ohne eine Fixierung der Rippen verletzt werden können. Zur Fixierung benutzte Prießnitz in kaltes Wasser getauchte Tücher, über die er eng anliegend trockene Tücher gewickelt hatte. Dieser Umschlag half, die Rippen verheilten und Vincenz galt von nun an als „Wasserdoktor”.
In den folgenden Jahren experimentierte er mit der Heilkraft des Wassers, er begann Therapien in seinem Ort durchzuführen, die meistens Erfolg hatten, und es kamen dann langsam auch Kranke aus der Fremde, die von ihm gehört hatten. Er konnte sogar ein Badehaus eröffnen, dessen Erfolg aber bald Neid erweckte: Er wurde von mehreren Ärzten als Betrüger, als Scharlatan angezeigt, es kam sogar zum Gerichtsprozess, der mit einem Freispruch für Vincenz Prießnitz endete, da er ja keine Medizin in seiner The-rapie benutzte, sondern nur reines Wasser.
Von da an arbeitete er kontinuierlich und konsequent am Ausbau seiner Heiltätigkeit: 1830 erhielt er eine offizielle Genehmigung der österreichischen Regierung zur Errich-tung und Führung einer Kaltwasser-Heil-anstalt, der 1832 ein zweites Anstaltsgebäude folgte. Bis zu seinem Tod im Jahre 1851 be-handelte der „Wasserdoktor” in seiner Anstalt ca. 36.000 Patienten – die von ihm gegründete Kuranstalt in Bad Gräfenberg (heutiger Name: Láznì Jeseník, in Tschechien) steht immer noch.
Zu Lebzeiten erhielt 1846 Prießnitz im Namen des österreichischen Kaisers die große goldene Verdienstmedaille für seine Leistun-gen. Denkmäler von ihm sind heute in Wien im Türkenschanzpark und im Stadtpark von Jeseník zu besichtigen.
In Werischwar wird der Prießnitz-Um-schlag in der Mundart einfach nur als „Um-schloog” bezeichnet.




