XV. évfolyam 1. szám - 2015. január

Am 16. Dezember, dem ersten Tag von Chanukka der jüdischen Zeitrechnung 5775, konnte mit der Einweihung einer von zivilen Spendern gestifteten Memorial-Stele für die lokalen Holocaust-Opfer im jüdischen Friedhof von Werischwar eine seit Jahren offene Erinnerungs-Schuld beglichen werden. In der vom Rabbi von Altofen, Dr. Tamás Verő, zelebrierten Gedenkfeier wurde überhaupt erstmals öffentlich der 51 namentlich bekannten Werischwarer Opfer durch die Nazi-Vernichtung gedacht.

Die Erinnerung an die Opfer der Shoa kommt spät – aber nie zu spät. Am ersten Tag von Chanukka nach über 70 Jahren ein gut sichtbares Licht der Erinnerungskultur zu entzünden – das war die Idee des erstmals öffentlich abgehaltenen Holocaust-Gedenktages von Werischwar. Dieser stand unter dem biblischen Leitwort: …עת לבכות  „Ideje van a sírásnak…“  – “Es ist Zeit für das Weinen” (Pred. 3. 4.). 

Mit einem Christgeburtsspiel aus alten Zeiten verabschiedete die Kompanei – eine Laientheatergruppe bestehend aus Werischwarer, Schaumarer und Sankt Iwaner Mitgliedern – die Adventszeit, und stimmte das Publikum am 19. Dezember in der Großen Pfarrkirche auf das Weihnachtsfest ein.

Der Aufführung wohnten etwa 70 Interessenten bei, und hörten mit Andacht der Einführung von Hilda Hartmann, der Leiterin der Theatergruppe sowie dem kunstvollen Vortrag der Laienschauspieler zu. Das Kristkindlspiel der Kompanei bestand aus Liedern – solo und auch vom Schaumarer Frauenchor gesungen – und darüber hinaus aus (rezitierten) Prosatexten. Die Handlung war jedem Zuschauer wohlbekannt – es ging um die Geburt Jesu.

Die Mitglieder des Schwäbischen Stammtisches treffen sich donnerstags in der Bibliothek der Grundschule am Kirchplatz. Jedes Mal kommen 12 bis 15 Frauen und Männer zusammen, um sich in der Werischwarer bairischen Mundart oder auf Deutsch über Gott und die Welt auszutauschen.

Das Treffen beginnt in der Winterzeit um 16.00 Uhr mit einem lockeren Gespräch über die Geschehnisse der vergangenen Woche. Man berichtet einander über die Neuigkeiten im öffentlichen Leben der Stadt, was seit dem letzten Treffen in der Familie, im Freundeskreis passiert ist. Nach der einführenden Gesprächsrunde werden 4-5 Themen zur Diskussion vorgeschlagen, und je nach Lust und Laune der Tischgesellschaft werden von den vorgeschlagenen Themen einige oder gar alle aufgegriffen und besprochen. An der Diskussion darf jeder teilnehmen – wie bei einem wahrhaftigen Stammtisch – die Teilnahme ist aber nicht zwingend, man darf dem Gespräch auch nur lauschen.

Der jährlich erscheinende „Deutsche Kalender” ist vielleicht die wichtigste ungarndeutsche Veröffentlichung in unserer Zeit, denn dieses Jahrbuch gibt immer wieder einen Überblick über das Leben der Volksgruppe, dokumentiert wichtige Ereignisse und verweist auf bedeutende Vertreter und Leistungen des Ungarndeutschtums jeweils in der Jahreszusammenfassung.

Aus diesem Grunde ist es aus Werischwarer Sicht besonders erfreulich, auch heuer über einen Aspekt der Geschichte und Kultur des ungarndeutschen Städtchens in dem Band lesen zu können. In der Rubrik „Jugend Forscht“ zeichnet Éva Miereisz mit viel Liebe ein Porträt ihres Großvaters, des ungarndeutschen Bildhauers Georg Miereisz, der – auch – in seiner Heimatstadt bis auf den heutigen Tag unvergessen ist, und dessen Hände Arbeit auch an vielen anderen Orten in Ungarn bewundert werden kann: unter anderem in Budapest, Erlau (Eger), Fünfkirchen (Pécs) und Balatonfüred.