XVI. évfolyam 1. szám - 2016. január

Der „Deutsche Kalender” ist das von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen herausgegebene Jahrbuch der Ungarndeutschen, das immer wieder einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse, Themen und Probleme im Leben der Volksgruppe gibt, weshalb es eine Publikation von herausragender Bedeutung ist. Aus diesem Grunde ist es auch eine Ehre und Anerkennung, wenn eine ungarndeutsche Siedlung bzw. Gemeinschaft großartige Momente ihres Lebens in diesem Rahmen vorstellen kann.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung war für die Ungarndeutschen an eine Nationalitätenkultur in der deutschen Sprache zunächst nicht zu denken, so an eine zeitgenössische eigenständige ungarndeutsche Literatur erst recht nicht – die „Volksrepublik Ungarn“ und ihre offizielle Kulturpolitik verhinderten bis in die 1970er Jahre praktisch jedwedes literarisches Leben des Ungarndeutschtums. Zwar beinhaltete die 1949er Verfassung Ungarns die Formulierung der garantierten Gleichberechtigung aller Nationalitäten, doch war diese bis 1955 nicht mehr als nur eine leere Floskel. 1955 wurde immerhin der „Kulturverband der Deutschen Werktätigen in Ungarn“ gegründet. Sein Name zeigte schon, dass er von der ungarisch-stalinistischen staatlichen Kulturpolitik gesteuert wurde. Andererseits war er aber zumindest eine institutionaliserte und erste Form der Minderheitenvertretung. 1969 wurde der „Kulturverband“ angesichts der Entspannungspolitik zwischen Ost und West in „Demokratischer Verband Ungarnländischer Deutscher“ umbenannt, d.h. man verzichtete im Namen demonstrativ auf die „Werktätigen”. Spätere Umbenennungen von 1978 zum „Demokratischen Verband der Ungarndeutschen“ und 1989 zum „Verband der Ungarndeutschen“ veranschaulichen, welche politischen Veränderungen sich in den folgenden Jahrzehnten abgespielt hatten.