XVI. évfolyam 7. szám - 2016. július

Vom deutschen Buda und Pest zum ungarischen Budapest

Pest und Buda um 1850

Pest und Buda um 1850

Geht man der Frage nach, wie viele Deutsche bzw. Ungarndeutsche es in den vergangenen Jahrhunderten in Ungarn gegeben hat, so besteht bei dieser Betrachtung immer das Problem, welches Ungarn man als Grundlage des Vergleiches heranziehen soll. Denn die Grenzen Ungarns sowie die Größe des Landes haben sich in den vergangenen Jahrhunderten verändert – und mit ihnen zusammen die Zahl der Deutschen in Ungarn.

vorosvari-ujsag-2016-07-00016

Pest und Buda 1857

Einfacher ist der Vergleich, wenn man sich auf eine halbwegs gleichbleibende Größe bezieht – wie das an dieser Stelle geschehen soll. Während bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts der Anteil der deutschen Muttersprachler in Pest und Buda mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachte, ist der deutliche Anstieg der ungarischen Muttersprachler in der zweiten Jahrhunderthälfte auf Kosten der das Deutsche als erste Sprache Sprechenden nicht zu übersehen. Hierzu eine Zahlenreihe vom Beginn des letzten Jahrhunderts, siehe Tabelle unten.

A XIX. században Pest-Buda lakosságának több mint a fele németajkú volt. A németajkúak aránya a XX. század elejére kevesebb mint 10% alá csökkent. A cikk statisztikai adatokkal alátámasztva annak jár utána, hogy e drasztikus nyelv-váltást milyen körülmények befolyásolták.

Zu der großen Wende kam es zwischen 1851 und 1881, wobei der damals als Journalist arbeitende österreichische Schriftsteller Karl Emil Franzos in seinem Buch Halb-Asien eine Stadtbeschreibung von Pest-Buda aus den 1870er Jahren gibt, in der die Stadt noch eine durch das deutsche Element dominierte Siedlung ist, doch bereits wenige Zeit später musste Franzos bei seiner Rückkehr nach Budapest dann erkennen, dass seine Beschreibung nunmehr der Vergangenheit angehört.

Ausführlichere Daten, die nicht nur den prozentualen Anteil der Muttersprachler berücksichtigen, sondern auch die absolute Zahl dieser Personen bieten, zeigen noch genauer, wie dramatisch das Verschwinden des Deutschen in Budapest vor allen Dingen zwischen 1890 und 1941 geworden war:

vorosvari-ujsag-2016-07-00018vorosvari-ujsag-2016-07-00017

vorosvari-ujsag-2016-07-00013

Garf Albert Apponyi

Ein Grund für die Zunahme der ungarischsprachigen Bevölkerung war der Zuzug von Ungarn vom Lande in die Hauptstadt sowie die gleichzeitige Assimilation der deutschen und der jüdischen Bevölkerung. Verantwortlich für den Erfolg der Assimilation war aber nicht allein die Absicht der Assimilierenden, sondern die Tatsache, dass die Assimilation in das Ungarische den gesellschaftlichen Aufstieg ermöglichte. Ein weiteres wichtiges Mittel zur Assimilierung stellte der Schulunterricht dar. Ab 1879 wurde schrittweise der Ungarischunterricht an den Nationalitätenschulen eingeführt, zugleich sahen sich die Mittelschulen der Nationalitäten immer größeren Hindernissen gegenüber. Die Entstehung eines deutschsprachigen Hochschulwesens wurde seitens des ungarischen Staates komplett verhindert. Mit dem Gesetz 1907/XXVII, der so genannten „Lex Apponyi”, wurde der Ungarischunterricht in den Grundschulen weiter verstärkt sowie verfügt, dass alle Aufschriften und offizielle Dokumente in ungarischer Sprache verfasst sein mussten.

Die Saat ging im Laufe der Jahrzehnte auf: Assimilation und ungarischsprachiger Schulunterricht ließ die Deutschsprachigkeit aus Budapest bereits bis zum Beginn der 1940er Jahre weitestgehend verschwinden.

Dr. Gábor Kerekes