XVII. évfolyam 8. szám - 2017. augusztus

Deutsch als Minderheitensprache

Konferenz in Budapest

Die Vielfalt Europas kann nicht nur durch die Staaten, Nationen und Kulturen widergespiegelt werden, sondern auch durch die Sprachen, die die europäischen Menschen als Muttersprache sprechen, oder mit denen sie im Laufe ihres Lebens in Kontakt kommen. 

Die Mehrsprachigkeit – unter anderem auch der Ungarndeutschen – stand im Mittelpunkt jener Konferenz, die in der ersten Juliwoche durch das Goethe Institut organisiert und von der deutschsprachigen Andrássy-Universität (AUB) veranstaltet wurde. Ziel des Goethe Instituts mit der Veranstaltung war, neue Akzente in der Förderung der Deutschen jenseits des geschlossenen deutschen Sprachraums zu setzen.

Die Tagung beabsichtigte Vertreter jener Sektionen zusammenzubringen, die die Kultur der deutschen Minderheit ausmachen: Experten vom internationalen Parkett aus den Minderheitenselbstverwaltungen, Kulturvereinen, Jugendarbeit, allgemeinem Schulwesen und dem Universitätsbereich.

Von Werischwars starker Präsenz im ungarndeutschen öffentlichen Diskurs zeugt der Umstand, dass an der internationalen Konferenz aus unserer Gemeinde fünf Personen – alle freilich auch durch ihre berufliche Tätigkeit – teilnahmen. In alphabetischer Reihenfolge: Erika Szabó-Bogár, Rektorin des Schiller-Gymnasiums, Jessica Marlok, ehemalige Schülerin desselben Gymnasiums, Márta Müller, habil. Universitätsoberassistentin der ELTE, Angelika Pfiszterer, Kulturreferentin der LdU, und Ibolya Sax, Bildungsreferentin der LdU.

Die zweitägige Tagung wurde von den Prominenzen der AUB und des Goethe Instituts sowie von Dr. Manfred P. Emmes, Geschäftsträger der Deutschen Botschaft, und Otto Heinek, Vorsitzender der LdU, eröffnet.

Prof. Dr. Claudia M. Riehl

Prof. Dr. Claudia M. Riehl Ludwig-Maximilians-Universität München

Der erste Tag verlief im Zeichen von Vorträgen, die die gegenwärtige kulturpolitische Lage der Deutschen im Ausland, und das ungarndeutsche Bildungssystem vorstellten. Dr. Claudia Maria Riehl, Professorin an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität, und Leiterin jener Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit, von welcher im Jänner dieses Jahres zwei Forscherinnen in der Grundschule am Marktplatz in Werischwar hospitierten, sprach über die Herausbildung der Zwei- und Mehrsprachigkeit bei Deutschen im Mittel- und Südosteuropa.

Auch ein ganz besonderes und aus den Nöten des Alltags erwachsenes Projekt, nämlich eine deutsche Fußballschule in Polen, wurde dem Publikum vorgestellt. Die Deutschen im kleinen Ort Chronstau (südwestliches Polen, Woiwodschaft Opole) haben 2015 einen Fußballverein für Kinder gegründet, und um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, d.h. Sport mit Sprachenlernen zu verbinden, wurde die Fußballschule deutschsprachig gestaltet. Das Training besteht nicht nur aus Körperertüchtigungen, sondern auch aus einem deutschsprachigen Teil, in dem mithilfe der Materialien des Goethe Instituts die Kinder Deutsch lernen. Das Training wird von einem Trainer geleitet, der während der Trainingseinheiten nur deutsch zu den Kindern redet. Im Anschluss an das Training werden die zu Beginn gelernten Wörter, Wendungen, Situationen wiederholt – und so wird der Sportunterricht mit Sprachunterricht verknüpft. Die Idee der deutschen Fußballschule hat sich in der Region Oppeln schnell verbreitet, in zwei Jahren hat sich die Anzahl der Kinder im Fußballverein vervielfacht: Heuer arbeitet die Fußballschule in elf Gemeinden in insgesamt 8 Schulen, mit 19 Trainern, die 320 Kinder in 23 Gruppen betreuen. Die Fußballschule gab sich ihren Namen „Miro“ nach dem Fußballweltmeister Miroslav Klose, der in Oppeln geboren wurde. (Homepage: http://mirofussballschule.pl/de)

Der erste Tag schloss mit einer Podiumsdiskussion, an der Deutsche aus der Bundesrepublik, Rumänien, Russland und – durch Jessica Marlok auch aus – Ungarn darüber redeten, wie sie in ihrem beruflichen und privaten Alltag Deutsch als Muttersprache, Minderheitensprache, Kultursprache erleben.

Német nyelv kisebbségben

Július első hetében a budapesti Andrássy Egyetem a Goethe Intézettel közösen nemzetközi konferenciát szervezett a határon túli németség részére. A konferencia jelentősége abban rejlik, hogy a Goethe Intézet a jövőben nagyobb figyelmet és támogatást szándékozik nyújtani a határon túli németség nyelvi és kulturális önazonosságának megőrzéséhez. A konferenciára a kelet- és délkelet-európai német kisebbségek képviselőit hívták meg. Vörösvár erős német identitását dicséri, hogy városunkból – szakmai érintettség okán is – öten vettek részt. A konferencia célja az volt, hogy a különböző országokban élő német nemzetiségek eszmét cserélhessenek problémáikról, és megoldási javaslataikat, ötleteiket megosszák egymással. Az elméleti jellegű előadások között üde színfolt volt a lengyel Chrastowicében gyerekek számára alapított német focisuli, aminek keretében 6-12 évesek a futballedzés során egy negyedórás német foglalkozáson is részt vesznek. Az ötlet olyan sikeres, hogy két éven belül tíz másik település is csatlakozott a német nyelvű focisuli tevékenységéhez. 

Hartmut Koschyk Beauftragter der Bundesregierung für nationale Minderheiten

Hartmut Koschyk Beauftragter der Bundesregierung für nationale Minderheiten

Am zweiten Tag wurden die Teilnehmer zur aktiven Mitarbeit in Workshops mit der Open-Space-Methode (offener Raum) gebeten. Es wurden mehrere Arbeitsgruppen – Forschung, Lehrerausbildung, Lehrerfortbildung, deutsche Minderheitenschulen, Kultur- und Jugendarbeit – gegründet, in denen die Experten darüber diskutierten, mit welchen Problemen ihre Heimatländer hinsichtlich der Schwerpunkte der jeweiligen Arbeitsgruppe kämpfen, und welche Lösungen die Länder einander anbieten können (z.B. den Austausch von Unterrichtsdokumenten und -materialien zur Gründung von Minderheitenschulen). Die Arbeitsgruppen wurden vom Goethe Institut auch gebeten, einen Zeitplan aufzustellen, wann man sich zum Austausch der verwirklichten Aufgaben treffen wolle. Über den Ertrag der Arbeitsgruppen mussten die Gruppensprechern nach dem Workshop vor dem Plenum berichten.

 

Tätigkeitsbereiche des Goethe Instituts

Es ist allseits bekannt, dass das Goethe Institut Deutschkurse und Sprachprüfungen anbietet. Weniger bekannt ist, dass das Institut in Budapest eine gute Leihbibliothek führt, in der Bücher auch durch Onleihe, d.h. in Form von e-books ausgeliehen werden können. Das Budapester Institut veranstaltet in regelmäßigen Abständen Lesungen, Diskussionen und Ausstellungen, die auch von Schulklassen besucht werden können. Auf der Homepage finden sich im Menü „Deutsch unterrichten/Némettanároknak“ Fortbildungsstipendien, Aufrufe zu Wettbewerben, kostenlose Apps zum Selberlernen und Unterrichtsmaterialien aus den Fachgebieten frühes Deutschlernen, Jugendliche, Wirtschaft, Tourismus, Technik und soziale und medizinische Berufe. Die Homepage des Instituts ist: https://www.goethe.de/ins/hu/de/index.html

Der in den Arbeitsgruppen erstellte Zeitplan ließ Teilnehmer darauf hoffen, dass die Budapester Konferenz und damit die Lösung einiger dringenden Probleme innerhalb der deutschen Minderheiten in Ost- und Südosteuropa eine Fortsetzung finden wird, welche Hoffnung durch die die Schlussworte sprechenden Schirmherren – Michael Müller-Verweyen, Leiter des Budapester Goethe-Instituts, und Hartmut Koschyk, Mitglied des Deutschen Bundestages – bestätigt wurden. 

Gábor Kerekes
Photos: LdU